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Oladapo Afolayan vom FC St. Pauli läuft dem Elversberger Paul Wanner davon
  • Abgezischt: Oladapo Afolayan läuft dem Elversberger Paul Wanner davon.
  • Foto: WITTERS

Wahnsinns-Statistik: Darum liegt St. Pauli so gut im Aufstiegs-Rennen

Freiheit für die Kiezkicker. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel der Englischen Woche hatte St. Paulis Trainer Fabian Hürzeler die Spendierhosen an – aber es ging nicht um Kaltgetränke. Bevor der braun-weiße Tross das Stadion in Elversberg verließ, strich der Coach das obligatorische Auslaufen und Spielersatztraining am Tag nach einer Partie, und weil am Sonntag ohnehin kein Training angesetzt war, machte er seinen Spielern mit einem ganz freien Wochenende eine Freude. Akkus aufladen, vom Fußball abschalten. Kein Geschenk, sondern Belohnung. Sie hatten es sich mehr als verdient – mit einer abermals atemberaubenden Energieleistung beim 2:0-Auswärtssieg.

Sagenhafte 124,83 Kilometer waren die Kiezkicker in der Arena an der Kaiserlinde gerannt – der Wert allein ist schon beachtlich. Wahnsinn wird daraus, wenn man bedenkt, dass St. Pauli am Dienstagabend 120 intensive Pokal-Minuten gegen Schalke (2:1) abgespult und in den Beinen hatte, wovon in Elversberg bis in die Schlussphase hinein kaum etwas zu sehen war.

Dauerläufer Marcel Hartel ist „stolz auf die Mannschaft“

„Richtung Ende wurden auch die Beine bei mir müde“, gab Über-Läufer Marcel Hartel zu, der gegen Schalke unglaubliche 18,3 Kilometer und damit fast einen Halbmarathon gelaufen war. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, so eine Leistung abzurufen mit der Verlängerung noch in den Beinen. Großen Respekt an die Mannschaft, so zu spielen und so zu laufen und zu fighten.“

Marcel Hartel und Manolis Saliakas feiern St. Paulis Torschützen Johannes Eggestein. imago/Jan Huebner
Marcel Hartel und Manolis Saliakas feiern St. Paulis Torschützen Johannes Eggestein.
Marcel Hartel und Manolis Saliakas feiern St. Paulis Torschützen Johannes Eggestein.

Bemerkenswert: St. Pauli lief im Duell der formstärksten Mannschaften der Liga sogar drei Kilometer mehr als Elversberg – und das, obwohl der Aufsteiger ausgeruht in die Partie gegangen war (kein Pokalspiel) und in Sachen Laufleistung in dieser Saison hinter den führenden Kiezkickern und Düsseldorf die Nummer drei im Unterhaus ist, wenn es um die kollektiv zurückgelegte Gesamtstrecke geht und darüber hinaus die meisten Sprints anzieht und intensiven Läufe auf den Rasen bringt.

Kiezkicker beweisen in Elversberg überragende Fitness und Charakter

Das sagt alles über die Fitness der „Boys in Brown“, aber auch über ihre Leidenschaft, ihren Einsatz und die Bereitschaft, für den gemeinsamen Erfolg an die eigenen Grenzen zu gehen und zu leiden. Charakterstärke. Basis für drei Siege innerhalb von nur sieben Tagen – und einer finalen strapaziösen Auswärtsreise.

„Ich muss meiner Mannschaft einen großen Respekt für die Laufbereitschaft nach so einem Pokalspiel zollen“, lobte Trainer Fabian Hürzeler die Arbeitseinstellung und Umsetzung seiner Spieler. Wer so ackert, der darf auch zwei Tage ruhen. Er muss sogar. Aber mit Köpfchen. „Individuelle Pflege“ nannte Hürzeler das, was er seinen Mannen für den Samstag verordnete. Um für die nächste Aufgabe bestmöglich gerüstet zu sein, physisch und mental.

St. Pauli führt weiterhin das Aufstiegs-Rennen an. Die Betonung liegt auf Rennen. Eine Basis des braun-weißen Erfolges.

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