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Szene aus dem Film „Mit einem Tiger schlafen“
  • Im Atelier vor großen Werken: Birgit Minichmayr spielt Maria Lassnig.
  • Foto: Arsenal Filmverleih

Beeindruckendes Biopic über Welt-Künstlerin feiert Hamburg-Premiere

Die Ausstellung in den Deichtorhallen war eine Sensation – und die letzte in Europa, die noch zu Lebzeiten der Künstlerin stattfand. Maria Lassnig war bei der Eröffnung im Juni 2013 93 Jahre alt. Ein Jahr später starb die österreichische Künstlerin. Der Film „Mit einem Tiger schlafen“, der am Dienstag Hamburg-Premiere feiert, porträtiert die Malerin, ihr Kämpfen in der männlichen Kunstwelt – und ihren späten Erfolg.

Birgit Minichmayr spielt die Malerin in dem Biopic, das am 23. Mai in den Kinos startet. Und sie spielt sie in jedem Alter – egal ob Lassnig sechs Jahre alt ist, 19, 64 oder 94. Ein ganz besonderer Erzähl-Kniff von Regisseurin Anja Salomonowitz. Aber auch einfach konsequent, denn über Maria Lassnig sagte man, dass sie alterslos war: weise als junges Mädchen und jung geblieben als alte Frau.

„Mit einem Tiger schlafen“ von Regisseurin Anja Salomonowitz

„Meine Bilder, die müssen strahlen“, soll die Malerin gesagt haben. Sie musste lange genug darauf warten. Ihre Karriere nahm spät Fahrt auf: Erst mit 60 feierte sie die ersten großen Erfolge. „Eine Frau muss drei Mal so viel schuften wie ein Mann, nur weil sie eine Frau ist“, sagt die von Minichmayr gespielte Lassnig. Mit 93 wurde sie auf der Biennale in Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ für ihr Lebenswerk geehrt. In Abwesenheit – sie sei zu alt für die Reise, ließ die Wienerin ausrichten, außerdem sei ihr in der Stadt zu viel Wasser.

Maria Lassnig: „Mit einem Tiger schlafen“ zeigt ihre Geschichte. picture alliance/dpa | Oliver Berg
Maria Lassnig
Maria Lassnig: „Mit einem Tiger schlafen“ zeigt ihre Geschichte.

„Als der späte Erfolg bei ihr eingetreten ist, war es ihr zu spät und sie konnte nicht mehr glücklich darüber sein“, sagt Anja Salomonowitz. „Ihre Sehnsucht nach diesem Erfolg aber trieb sie durch ihr Leben, wie sie sie durch diesen Film treibt. Als einsame Kämpferin. Ich finde es wichtig, diese feministische Erfolgsgeschichte zu verfilmen.“

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Dass sie mit ihrem Porträt nur einen kleinen Ausschnitt von Lassnigs Leben zeigen kann, dass alles in ihrem Biopic „immer eine Interpretation der Biografin“ sei, hat sie lange  beschäftigt. „Meine Antwort: radikal werden“, sagt Salomonowitz. „Das hilft sowieso meistens. Radikal im Ansatz und in der Durchführung. Und dabei einen weichen Film herausplumpsen sehen.“ Am Dienstag (21.5.) stellt Birgit Minichmayr den Film im Zeise vor.  Und am Freitag (24.5.) sind Minichmayr und Salomonowitz im Abaton zu Gast. (nr)

Zeise: 21.5., 20 Uhr, 11 Euro

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