Andreas Hoffmann war bisher Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums und übernimmt ab Mai die Leitung der „documenta“.
Andreas Hoffmann war bisher Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums und übernimmt ab Mai die Leitung der „documenta“.
  • Andreas Hoffmann war bisher Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums und übernimmt ab Mai die Leitung der „documenta“.
  • Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Hamburger wird neuer „documenta“-Chef

Nach dem Antisemitismusskandal der „documenta“ im vergangenen Jahr legte die Geschäftsführerin ihr Amt nieder. Es folgten zwei Interimslösungen. Nun gibt es eine Hamburger Neubesetzung, die von Dauer sein soll. Der Kulturmanager Andreas Hoffmann leitet künftig die Geschäfte der bekanntesten Schau für zeitgenössische Kunst. Auf ihn warten einige Herausforderungen.

Er trete seine Position in Kassel am 1. Mai an, teilte die „documenta und Museum Fridericianum GmbH“ am Donnerstag mit. Hoffmann, geboren 1971, beerbt damit die frühere Generaldirektorin, Sabine Schormann. Aktuell ist Hoffmann noch Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums in Hamburg.

„documenta“: Antisemitismus-Skandal bei der Ausstellung

Bis zur Übernahme des Amtes leitet weiterhin Ferdinand von Saint André die Geschäfte. Er war als Interimsgeschäftsführer und Nachfolger von Kulturmanager Alexander Farenholtz eingestellt worden.

Auslöser des Personalkarussells war die fünfzehnte „documenta“ in Kassel gewesen. Schon im Vorfeld waren Stimmen laut geworden, die dem indonesischen Kuratorenkollektiv Ruangrupa und einigen Künstlern eine Nähe zur anti-israelischen Boykottbewegung BDS vorwarfen. Nach der Eröffnung wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt. Später lösten weitere Werke Kritik und Forderungen nach einem Abbruch der Ausstellung aus.

„Mit der Personalentscheidung für den neuen Geschäftsführer geht auch eine Weichenstellung für die Zukunft der documenta in Kassel einher“, sagten der „documenta“-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), und Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne). Als Kulturinstitution müsse sich die „documenta“ inhaltlichen Fragen und strukturellen Herausforderungen stellen. Hoffmann selbst bezeichnete alle Ausgaben der Weltkunstschau als „wichtige Seismographen zentraler Diskurse und Herausforderungen unserer Gesellschaft im Spiegel der Kunst“.

Die nächste „documenta“ ist für 2027 geplant

Die „documenta 16“ soll vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel stattfinden. Bis dahin werde die Verständigung auf Standards im Umgang mit der Kunstfreiheit und ihren Grenzen eine zentrale Rolle spielen, im Umgang mit jeglicher gruppenspezifischen Form der Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus und Rassismus, erklärte die „documenta“.

Andreas Hoffmann stammt aus Norden in Niedersachsen. Er ist seit Januar 2007 Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums. Hoffmann war bis 2019 zusätzlich Programmleiter Kunst und Kultur für die Musik- und Denkmalprojekte der „Zeit“-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. (dpa/mp)

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