Tanz Ellen Furey und Malik Nashad Sharpe
  • Ellen Furey und Malik Nashad Sharpe performen ihre Choreografie „Softlamp. Autonomies“.
  • Foto: Kinga Michalska

Absolut aufregend – das Festival „Fokus Tanz #8“ auf Kampnagel

Gegensätze ziehen sich an, keine Frage. Doch was passiert danach? Entweder sie knallen mit voller Wucht aufeinander oder sie vermischen sich vorsichtig. In jedem Fall entsteht etwas Neues – auch im Tanz. Das Festival „Fokus Tanz #8“ zeigt auf Kampnagel abenteuerliche Fusionen und aufregende neue (Ver-)Bindungen.

Was haben Ludwig XIV. und Pina Bausch gemeinsam? Beide etablierten ein Genre: der eine Ballett, die andere Tanztheater – in der Welt der Weißen. Und beide haben ihr Ablaufdatum erreicht, sagen die Kampnagel-Kuratoren und fokussieren folglich im aktuellen Festival afrikanische und afroamerikanische Tanzstile. Ohne die Black Community geht wenig, denn nicht nur HipHop hat schwarze Wurzeln.

Beim Festival „Fokus Tanz #8“ prallen Genres aufeinander

Franck Edmond Yao, geboren in Westafrika und beinahe Wahlhamburger, lässt in seiner „Transformation“ vier Richtungen gegeneinander antreten: Ballett, afrikanische Tanzstile, zeitgenössischer Tanz und Streetdance entlarven in ihrer Kollision bekannte Machtstrukturen, wie sie uns auch im Alltag ständig begegnen. Mit dabei: ein ehemaliger Tänzer aus John Neumeiers Bundesjugendballett, der für sich neue Saiten aufzog.

Die Kanadierin Ellen Furey und Malik Nashad Sharpe aus London zelebrieren mit „Softlamp. Autonomies“ nur vordergründig einen sanften, hypnotischen Tanztrip – im wahren Kern enthält ihr Duett jede Menge Widerstandsbewegungen, die gegen Autoritäten aufmucken.


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„Earthbound“, erdgebunden, ist der in westlichen Großstädten aus Beton gewachsene Streetdance allemal. Johanna Faye und Saïdo Lehlouh vom Choreografischen Zentrum im französischen Rennes bündeln die rebellischen Gesten zum Abendfüller; egal ob Voguing (inspiriert vom Posieren der Models) oder Locking (HipHop zu Retro-Funkmusik): Letztlich hält die Untergrundszene zusammen.

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Einer der größten Skandale weißer Kulturgeschichte – Strawinskys „Le sacre du printemps“ zur Choreografie des legendären Nijinsky – deutet Grichka Caruge völlig neu: Zwar bleibt die Musik, doch in „A Human Race – The Rite of Krump“ bricht sich getanzter Widerstand gegen herrschende Verhältnisse Bahn, der Tanzstil Krumping ist durchgeknallter Freestyle als Ventil gegen Frust.

Begleitet wird das Bühnenprogramm von Filmen, Workshops, Vorträgen und einer Ausstellung zur schwarzen Tanzkultur. Das Finale „Fusion Dance Battle“ am 5.3. ist offen für alle Tanzprofis – sämtliche Stile sind willkommen! (pst)

Bis 5.3., diverse Uhrzeiten, Kampnagel, Jarrestr. 20, Tel. 27 09 49 49, www.kampnagel.de

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