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Intensives Krafttraining ist in der ersten Zyklushälfte kein Problem – im Gegenteil!
  • Intensives Krafttraining ist in der ersten Zyklushälfte kein Problem – im Gegenteil!
  • Foto: Imago/Greatstock

Darum müssen Frauen anders trainieren als Männer

Frauen sind nicht wie Männer. Frauen sollten gleichberechtigt sein, die Realität sieht noch immer anders aus. Wobei: Die simple Unterscheidung in Mann und Frau rein nach biologischem Geschlecht ist ohnehin zu kurz gedacht, ignoriert die Realität Tausender Hamburger:innen. Unabhängig davon: Ich als Trainer muss unterscheiden – hat die Person, mit der ich arbeite, einen Zyklus oder nicht?

Trainingsmethoden und -pläne werden seit Jahrhunderten vorrangig von Männern für Männer konzipiert. Männer haben meist keinen Zyklus. Deshalb kann der Trainingsplan für einen Mann linear sein: trainieren, Pause, wieder trainieren usw.

So funktioniert das aber bei Menschen mit Zyklus nicht!

So hängen Zyklus und Leistungsfähigkeit zusammen

Wer einen Zyklus hat, durchläuft jeden Monat verschiedene Phasen. In der ersten Phase, die vom Einsetzen der Periode (wenn es eine gibt) bis zum Eisprung geht, ist die Leistungsfähigkeit sehr hoch, Kraft- und intensives Ausdauertraining sind in dieser Phase gut machbar.



Nach dem Eisprung sieht es aber anders aus, da nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Zwar kann man mit viel Gewalt gegen sich selbst die gleiche Leistung abrufen – aber die Regeneration von dieser Art Training funktioniert viel schlechter. So verursacht das Training unverhältnismäßig viel Stress.

Wenn also ein Mensch mit Zyklus einen normalen, linearen Trainingsplan verfolgt, wird es in den ersten zwei Wochen bis zum Eisprung Erfolge geben, in den zweiten zwei Wochen nicht. Und dann kommen die Selbstzweifel: „Was ist nur los? Vor zwei Tagen ging es doch noch. Reiß dich mal zusammen!“ Oder die Person wird von außen beurteilt: „Typisch Frau, mal wieder keinen Bock, richtig zu trainieren!“ Das Thema Sportunterricht will ich hier gar nicht erst anschneiden.

Frauen und menstruierende Menschen müssen anders trainieren als Männer

Wie nun also richtig? Trainingspläne für Frauen und Menschen mit Zyklus müssen – wer hätte das gedacht – zyklisch sein, nicht linear. Mir ist es recht unangenehm, dass ich selbst schon fast 20 Jahre lang Trainer war, bis ich diese recht offensichtliche Tatsache verstanden habe.

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In der zweiten Hälfte des Zyklus, in der klassisches Training nicht gut möglich ist, arbeitet man daher am besten an speziellen Schwachpunkten: Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht, Stabilität. Dann hört man auf, GEGEN seinen Körper zu trainieren, und fängt an, MIT ihm zu arbeiten. Und natürlich sind die Resultate dann um ein Vielfaches besser.

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