HSV-Stadionsprecherin Rann: „Musste keine Sekunde überlegen“ | MOPO
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Stadionsprecherin Rann: „Als der HSV anrief, musste ich keine Sekunde überlegen“

HSV-Stadionsprecherin Christina Rann im Podcast „Herz.Schlag.Verein“
Stadionsprecherin Christina Rann ist zu Gast in der 25. Folge des MOPO-Podcasts „Herz.Schlag.Verein“. Foto: WITTERS

Seit etwas mehr als einem Jahr bildet Christina Rann (39) gemeinsam mit Christian Stübinger das Stadionsprecher-Duo beim HSV. Und als die Hamburger im vergangenen Sommer bei ihr anfragten, zögerte sie keinen Augenblick. „Ich habe nicht lange überlegen müssen, als die Anfrage kam“, sagt Rann in der neuen Folge des MOPO-Podcasts „Herz.Schlag.Verein“ (unter anderem kostenlos hier bei Spotify oder hier bei Apple Podcasts). „Mir war in der Sekunde schon direkt klar, dass ich das machen will.“

Schließlich ist das Volksparkstadion für sie der perfekte Arbeitsplatz. „Wer das nicht als Traumjob bezeichnet, der hat sein Herz nicht an den Fußball verloren“, schwärmt Rann im MOPO-Podcast. „Fußball ist ein ganz, ganz großer Teil meines Lebens. Es ist eine Berufsaufgabe, aber gleichzeitig auch eine Berufung. Im Stadion zu stehen, den Rasen zu riechen, so dicht dran zu sein, in die Gesichter der Spieler schauen zu können – das ist einfach ein wunderbarer Job.“

HSV-Stadionsprecherin Christina Rann jubelt mit den Fans

Als großer HSV-Fan freut sich Rann ganz besonders darüber, dass sie im Gegensatz zu ihrer vorherigen Tätigkeit als Moderatorin und On-Field-Reporterin bei Sky und jetzt bei DAZN ihren Emotionen nun freien Lauf lassen darf. „Das war für mich am Anfang sogar ungewöhnlich, weil ich zuvor immer Neutralität bewahren musste“, lacht sie. „Jetzt juble ich genauso wie die Fans, die hinter uns sind. Das ist das Schöne, dass wir das alles gemeinsam erleben. Genau darum geht es ja auch im Stadion – das Gemeinschaftserlebnis. Das macht den Fußball stark.“

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Christina Rann:

Es ist nicht das erste Mal, dass die 39-Jährige für den HSV arbeitet. Der allererste Job ihrer Sportmoderationskarriere war das Kommentieren von HSV-Spielen für blinde und sehbehinderte Zuschauer:innen – ein „ganz tolles Projekt“, erinnert sich Rann: „Das war mein Einstieg in den Fußball. Ich wäre niemals Fußballmoderatorin, wenn es dieses Projekt beim HSV damals nicht gegeben hätte.“

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Dass sie nun einige Jahre später als eine von nur zwei Frauen im deutschen Profifußball am Mikrofon steht, stört Rann nicht – ganz im Gegenteil. Inzwischen sieht sie sich sogar in einer Art Vorreiterrolle. „Es geht darum, Sichtbarkeit zu zeigen“, betont Rann, die selbst Mutter einer jungen Tochter ist. „Wenn ein kleines Mädchen zu Hause vor dem Fernseher sitzt und eine Frau dort sprechen sieht, kann sie sich vorstellen, das später einmal selbst zu machen. Man darf nicht im Vorwege schon denken, dass man sich nicht einmal bewerben kann, nur weil man eine Frau ist.“

Christina Rann wurde beim HSV mit offenen Armen empfangen

In ihrer Karriere stieß Rann dabei gelegentlich schon auf Widerstand – doch beim HSV wurde sie von den Fans mit offenen Armen empfangen. „Da war nichts, aber auch gar nichts, was in diese Richtung ging“, freut sie sich. „Es war eher das Gegenteil, dass ich viele Nachrichten bekam von Menschen, die mich zu dem Job beglückwünscht haben. Das fand ich überragend.“


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Gemeinsam mit den „besten Fans in Europa“ würde die Deutsch-Portugiesin gerne den Aufstieg in die Bundesliga erleben. Für die aktuelle Saison will sie sich aber noch nicht festlegen. „Die Mannschaft entwickelt sich und ich finde, es ist eine unfassbar spannende Saison, weil sie sehr viele unterschiedliche Einflüsse hat“, sagt Rann. „Ich finde, dass wir einen attraktiven Fußball spielen. Der Tim-Walter-Fußball macht mir echt Laune. Man merkt einfach, dass sich da immer mehr etwas einspielt. Aber ich finde es sehr schwer, Prognosen zu treffen.“

Deshalb hat ein Aufstieg für die Moderatorin derzeit auch noch nicht oberste Priorität. „Ich mache mir da keinen Stress, denn bei einem Aufstieg muss wirklich viel zusammenpassen“, weiß sie. Bei einer Sache legt sich Rann aber fest: „Ich bin ja gekommen, um zu bleiben. Und ich glaube, ich bin so lange da, dass ich einen Aufstieg erleben werde.“

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Christina Rann:

In der ganzen Folge des Podcasts „Herz.Schlag.Verein“ hören Sie außerdem, welcher HSV-Moment Christina Rann besonders beeindruckte und warum ihr Einstieg beim HSV „denkwürdig“ war. Die 39-Jährige erzählt auf unterhaltsame Weise, welche Rolle Whiskey bei ihrer Vorbereitung auf ein HSV-Heimspiel spielt, warum sie ausgerechnet in Bremen einen Fußballverein mitgründete – und wie es dazu kam, dass es schon zweimal einen Panini-Sticker von ihr gab. Jetzt bei SpotifyApple PodcastsDeezer und vielen weiteren Streaming-Anbietern kostenlos zum Anhören!