Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen-Anhalt, ist die amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.
  • Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen-Anhalt, ist die amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.
  • Foto: picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Omikron-Zahlen steigen: Das ändert sich jetzt für Corona-Infizierte

Es wird ernst: Die Omikron-Zahlen explodieren, schon in wenigen Tagen dürfte die Variante dominant sein. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern reagieren. Für Corona-Infizierte ändert sich bereits in der kommenden Woche einiges. Zudem könnte es auch neue, strengere Kontaktbeschränkungen geben.

Die Gesundheitsminister um Karl Lauterbach (SPD) empfehlen den Ministerpräsidenten, die am Freitag mit der Bundesregierung die Situation beraten, die Quarantäne-Regelung für Infizierte zu ändern. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie den Vorschlägen folgen werden.

Bundesgesundheitsministerium: Es gibt genug PCR-Tests

Für die allgemeine Bevölkerung soll demnach gelten, dass man nach frühestens sieben Tagen aus einer Quarantäne – nach Kontakt mit Infizierten – oder aus einer Isolation – wegen einer eigenen Infektion – heraus kann. Bedingung ist aber ein anschließender negativer PCR-Test oder ein „hochwertiger“ Antigen-Schnelltest. Nach zehn Tagen endet die Isolation automatisch – auch ohne Test. Die Omikron-Variante hat eine kürzere Infektionszeit als die Delta-Variante.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), amtierende Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz erklärte: „Es ist uns vom Bundesgesundheitsministerium versichert worden, dass genug PCR-Tests zur Verfügung stehen.“

Geänderte Regeln für Beschäftigte in kritischer Infrastruktur

Für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur sollen etwas andere Regeln gelten – dazu zählen beispielsweise Angestellte von Wasser- oder Stromwerken und Pflegepersonal in Krankenhäusern. Für sie gilt: Kontaktpersonen können schon nach fünf Tagen, aber ebenfalls nur mit PCR-Test aus der Quarantäne. Erkrankte selbst können bereits nach sieben Tagen die Isolation beenden (auch nach negativem PCR-Test). Generelle Bedingung soll dabei sein, dass man zuvor mindestens 48 Stunden frei von Symptomen war.


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Lauterbach kündigte zudem weitere Kontaktbeschränkungen an. „Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich werde dazu Vorschläge machen.“ Details nannte er nicht.

Lauterbach für schnellen Beschluss zur Impfpflicht

Der SPD-Politiker sagte, trotz der milderen Verläufe bei Omikron gebe es vor allem für Ungeimpfte keinen Grund zur Entwarnung. „Man kann ihnen nicht in Aussicht stellen, dass für sie die Kontaktbeschränkungen kurz- oder mittelfristig aufgehoben werden.“ Er wolle Ungeimpften die Intensiv-Station ersparen.

In seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter arbeite er an einem Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht für über 18-Jährige, so Lauterbach. „Er soll unbürokratisch sein und bevorzugt ohne Impfregister auskommen. Es soll auch keine neuen Meldestrukturen geben.“

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Es müsse nun schnell gehen: „Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht. Das wäre sehr gefährlich.“

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