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Autokorso Berlin Russland Ukraine
  • Prorussischer Autokorso in Berlin am vergangenen Wochenende.
  • Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall

Ukraine-Botschafter schockiert: Russischer Autokorso in Berlin sorgt für Entsetzen

Es waren furchtbare Bilder, die uns am Sonntag aus Butscha erreichten: Nach dem Abzug der russischen Besatzer fanden ukrainische Soldaten in dem Vorort von Kiew dutzende ermordete Landsleute. Beobachter sprachen von einem „Massaker“, für das Russland verantwortlich sei. Am selben Tag fuhren in Berlin mehrere hundert Fahrzeuge durch Berlin – um gegen Russen-Hass zu protestieren. Nicht nur der ukrainische Botschafter zeigte sich entsetzt.

Etwa 900 Menschen haben am Sonntag in Berlin an einem Autokorso mit russischen Fahnen teilgenommen. Der Umzug mit mehreren hundert Fahrzeugen wurde offiziell als Veranstaltung mit dem Titel „Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung“ angemeldet, wie die Berliner Polizei mitteilte.

Teilnehmer von Berliner Autokorso führte „Z“-Symbol mit

Auf einem Schild hieß es: „Stop hating Russians“ (dt. „Hört auf, Russen zu hassen“). Etliche Autos führten Fahnen in den russischen Nationalfarben Weiß-Blau-Rot mit. Einem Bericht des „Tagesspiegels“ zufolge hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet, weil an mindestens einem Auto in dem Korso das in mehreren Bundesländern verbotene russische „Z“-Symbol angebracht war.


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Der Korso zog von der Stadtgrenze im nordöstlichen Berlin zum Olympischen Platz im Stadtteil Charlottenburg. Anmelder war nach Angaben der Polizei eine Einzelperson.

Ukraine-Botschafter und Twitter-Nutzer von Autokorso in Berlin entsetzt

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk erhob wegen des Korsos schwere Vorwürfe gegen die Berliner Landesregierung. Auf Twitter wandte sich Melnyk am Montag an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD): „Um Himmels willen, wie konnten SIE diese Auto-Corso der Schande mitten in Berlin zulassen? Und zwar am Tag, als die russischen Massaker an ukrainischen Zivilisten in Butscha ans Licht kamen?“ Auch die Polizei war Adressat seiner Frage.

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Auf Twitter zeigten sich ebenfalls viele User entsetzt. Ein Nutzer etwa schrieb, solche Demonstrationen seien „angesichts der russischen Gräueltaten absolut unpassend, brandgefährlich und heizen die Stimmung unnötig auf.“ Eine anderer twitterte: „Was die Bilder vom Pro-Russland-Autokorso in Berlin mit den Ukrainer*innen machen, man kann es sich kaum vorstellen. Deutschland lässt diese öffentlichen Massen-Solidarisierungen mit Kriegsverbrechern zu.“ Eine dritte sprach von einer „Schande, dass sowas erlaubt wird, und das hat auch nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun“.

Darauf hatte zuvor auch das Bundesinnenministerium hingewiesen, das Ende März twitterte, der „russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine Straftat. Wer diesen Angriffskrieg öffentlich billigt, kann sich strafbar machen.“

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Gebiet rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew hatten am Sonntag Fotos von getöteten Menschen in der zurückeroberten Stadt Butscha für Entsetzen gesorgt. (mik/dpa)

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