Bauen
  • Traum vom Eigenheim: Auch 2022 wird sich so mache:r dafür noch mehr strecken müssen.
  • Foto: picture alliance / Jens Büttner

So sollen sich die Baukosten im Jahr 2022 entwickeln

Vergangenes Jahr wurde so manches Bauvorhaben – ob privat oder öffentlich – aufgrund der massiv gestiegenen Baukosten verschoben. Wer für 2022 auf Besserung hoffte, wird nun enttäuscht: Expert:innen erwarten gar weitere Preissteigerungen. Das bringt nicht nur für manches potenzielle Eigenheim, sondern auch für die neue Bauministerin einige Probleme mit sich.

Hamburger:innen werden sich erinnern: Olaf Scholz (SPD) sieht Häuser und Wohnungen als Chefsache. Und in der Hansestadt wie im Bund lautet(e) sein teils umstrittenes Rezept gegen steigende Mietpreise: bauen, bauen, bauen. Kein Wunder also, dass er a) ein eigenes Bauministerium geschaffen und b) seine Vertraute Klara Geywitz (ebenfalls SPD) an dessen Spitze gesetzt hat.

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) mit ambitionierter Aufgabe

Schon ohne die erwähnte Preissteigerung klingt die Aufgabe der neuen Bauministerin sehr ambitioniert: Bauen und Wohnen sollen laut Koalitionsvertrag „in Zukunft bezahlbar, klimaneutral, nachhaltig, barrierearm, innovativ“ sein. Und: 400.000 Wohnungen sollen es pro Jahr sein.

Für Geywitz ebenso wie für das junge Häuslebauerpärchen in Schwäbisch Gmünd oder die Hamburger Familie, die im Speckgürtel bauen möchte, dürften die jüngsten Nachrichten einer Katastrophe gleichen: Im November 2021 stieg der Baupreisindex um sage und schreibe 14,4 Prozent gegenüber dem Vormonat – so viel wie seit 1971 nicht. Von Stahl über Holz bis Silikonverfugungen: Alles kostet massiv mehr. Die Preise für Silikon etwa stiegen vergangenes Jahr um 28 Prozent.

DIW: Preisdruck auf Bauen und Wohnen wird bleiben

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind dafür unter anderem Lieferengpässe verantwortlich, teils coronabedingt. Und: Der Trend werde auch 2022 anhalten. Heißt: Der Preisdruck auf Eigentum und Mieten dürfte bleiben.


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Zwar könnten Bauunternehmen ihre Kosten nicht in vollem Umfang an Bauherren weitergeben, so DIW-Experte Martin Gornig im „Spiegel“, aber die Preise im Wohnungsbau etwa seien 2021 zeitweise im zweistelligen Bereich gestiegen. Auch Mieter:innen dürften die Kosten von den Vermieter:innen teils weitergeleitet bekommen.

Sören Bartol (47, SPD), Staatssekretär im Ministerium von Geywitz, sieht das Problem: „Steigende Baupreise sind natürlich nicht gut für werdende Eigentümer und Mieter, die auf der Suche nach neuen bezahlbaren Wohnungen sind. Für manche bedeuten sie sogar das Aus für den Traum der eigenen vier Wände“, zitiert ihn die „Bild“.

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Die Lösung des Bauministeriums laut Bartol: „Wir werden einen Wohnkosten- und Baukostencheck einführen, sodass wir künftig bei allen Maßnahmen die Auswirkungen auf die Bau- und Wohnkosten im Blick behalten werden.“

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