Hans-Georg Maaßen
  • Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat für Zoff zwischen Wolfgang Bosbach (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) gesorgt.
  • Foto: picture alliance/dpa | Michael Reichel

Polit-Diven zoffen sich wegen Maaßen

Zoff zweier Politstars: Karl Lauterbach (SPD, 58) und Wolfgang Bosbach (CDU, 69) haben sich gegenseitig öffentlich abgewatscht. Der Grund: Bosbach hat eine Wahlkampfveranstaltung des umstrittenen CDU-Rechtsaußens Hans-Georg Maaßen in Thüringen besucht.

„Das ist eine Blamage für die ganze CDU“, schrieb Lauterbach zu dem Treffen auf Twitter. „Maaßen ist zu nah an Nazi-Positionen.“ Ohne Bosbach namentlich zu erwähnen, attackierte der Gesundheitsexperte auch den CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet: „Laschet hat offenbar nicht ausreichend Einfluss in der CDU oder er billigt diese öffentliche Verbrüderung. So etwas darf man nicht zulassen.“

Bosbach: „Dafür müsste er einen guten Charakter haben“

Das wiederum brachte den CDU-Innenexperten auf die Palme: Er habe Lauterbach immer als „anstrengend“ aber als menschlich fair erlebt. Nach dieser „substanzlosen Hetze“, sei dies aber nicht mehr der Fall, sagte er dem „Express“. Lauterbach wisse gar nicht, was er sagen wolle, empörte sich Bosbach.

Wolfgang Bosbach
Wolfgang Bosbach ist empört über den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

Deshalb könne er Maaßens Veranstaltung (Titel: „Wie geht es weiter mit Deutschland?“) gerne ebenfalls besuchen – und sich anschließend bei ihm entschuldigen. „Aber dafür müsste er einen guten Charakter haben“, stichelte Bosbach.

Lauterbach schätzt viele CDU-Politiker – nicht Maaßen

Die Antwort des SPD-Gesundheitsexperten ließ nicht lange auf sich warten: „Sorry. Aber wer Wahlkampf für Maaßen macht, darf nicht von Charakter reden“, schrieb Lauterbach auf Twitter.

Er schätze viele CDU-Politiker trotz anderer Meinung. Aber hier gehe es um Maaßen „und damit auch um unsere Geschichte und den Nationalsozialismus“, so Lauerbach.

Das könnte Sie auch interessieren: Verschärfte Regeln: Reiserückkehrer im Norden kontrolliert

Maaßen kandidiert für ein CDU-Direktmandat in Süd-Thüringen. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident war zuletzt mit der Forderung nach einer Gesinnungsprüfung für „Tagesschau“-Redakteure aufgefallen.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp