• Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Geboosterte Tests ersparen. Die Idee ist nicht unumstritten.
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Lauterbachs Plan mit den Geboosterten

Jetzt kommt der Lauterbach-Plan! Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte gestern seinen bisher wichtigsten Arbeitstag. Zunächst sprach er mit dem frisch installierten Expertenrat, dann beschloss er mit den Gesundheitsministern der Länder: Wer dreimal geimpft ist, muss nicht mehr getestet werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte den Rat ins Leben gerufen. Er nahm an der ersten Sitzung teil. Dem Rat gehören unter anderem der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, der Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn, Hendrik Streeck, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sowie Intensivmediziner und Bildungsexperten an. Insgesamt handelt es sich um 19 Männer und Frauen.  Vertreter der Altenpflege sind nicht vertreten.

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Karl Lauterbach trifft sich mit Gesundheitsministern

Der Expertenrat treffe keine politischen Entscheidungen, stellte Lauterbach klar. „Die Politik machen wir“, sagte der Minister. „Der Expertenrat berät.“ Und einen ersten Auftrag aus der Politik gibt es schon: Das Gremium soll bis spätestens Weihnachten eine umfangreiche Einschätzung sowie Handlungsempfehlungen zur neuen Omikron-Variante erarbeiten. Diese breitet sich in Europa gerade sehr schnell aus. Bereits an diesem Freitag treffen sich die Experten deshalb erneut.


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Lauterbach selbst bekräftigte nach dem Treffen sein Vorhaben, Geboosterte von Testpflichten zu befreien. Die Gesundheitsminister der Länder stimmten dem Vorschlag Lauterbachs am Dienstagabend zu. „Wer frisch geboostert ist, hat ein sehr geringes Risiko, sich zu infizieren – und ein noch geringeres, andere anzustecken“, argumentierte Lauterbach. Beim Aufenthalt in Krankenhäusern und Heimen solle es aber keine Befreiung von der Testpflicht geben, da ein gewisses Restrisiko bleibe.

Künftig keine Tests mehr für Geboosterte?

In mehreren Bundesländern gilt diese Regelung bereits: Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Baden-Württemberg und im Saarland. Bayern führte die Regelung gestern ein. In dem Beschluss der Gesundheitsminister steht: „Bund und Länder sind sich einig, dass Personen mit erhaltener Auffrischungsimpfung von der Testpflicht im Rahmen der 2G-plus-Regelung zu befreien sind.“ Bundesländer, in denen dies noch nicht gilt – wie Hamburg – müssten ihre Corona-Verordnungen nun entsprechend anpassen.

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„Wir werden diese Regelung nach vier Wochen überprüfen“, kündigte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) an. Denn man wisse noch nicht genug darüber, wie sich Omikron auswirken werde. „Die Entscheidung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Minister Lauterbach hat das sehr überzeugend dargelegt“, so Holetschek.

Kritik an Lauterbachs Test-Plan

Die Idee finden nicht alle gut. So kritisiert der Frankfurter Virologe Martin Stürmer, die Datenlage zu Omikron sei noch zu unsicher. Auch die Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali hält es für falsch, „Anreize dafür zu schaffen, dass man sich nicht testen lässt.“

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