Haus sanierung
  • Etwa drei Millionen Gebäude in Deutschland sind nicht ausreichend saniert. Für die Eigentümer könnte dies teuer werden.
  • Foto: imago/McPHOTO

Lässt neue EU-Richtlinie die Mieten explodieren?

Europa hat sich ehrgeizige Klima-Ziel gesteckt. Bis 2050 sollen alle Gebäude klimaneutral sein. Nun bringt die EU-Kommission eine Sanierungsrichtlinie auf den Weg. Diese könnte für viele Hausbesitzer zum Problem werden – und in der Folge auch für Millionen Mieter.

Um den CO2-Ausstoß zu verringern, sollen Häuser künftig besser gedämmt werden. Öffentliche Bauten sollen laut dem EU-Vorschlag bis 2027, Wohnungen und Häuser bis 2030 renoviert werden. Alle Neubauten müssten ab 2030 komplett klimaneutral sein, also keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Der Gebäudesektor ist neben der Energiewirtschaft, der Industrie und dem Verkehr ein Bereich, der dem Klima am meisten schadet.

„Geld wird buchstäblich aus dem Fenster geblasen“

„Es geht nicht nur um unsere Klimaziele, sondern auch darum, etwas gegen die Energiearmut in Europa zu tun“, sagte EU-Kommissions-Vize Frans Timmermans. „Vor allem Geringverdiener werden belastet, weil noch immer viel zu viel Geld buchstäblich aus dem Fenster geblasen wird.“


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Der Eigentümerverband Haus & Grund übt allerdings scharfe Kritik an dem Plan und warnt vor hohen Kosten: „Für viele Gebäude der schlechteren Energieklassen wird eine Sanierung keine Option sein«, sagt Verbands-Chef Kai Warnecke. „Für viele private Eigentümer beendet die EU damit den Traum von den eigenen vier Wänden.“ Nach Schätzungen von Experten gehören etwa drei Millionen Gebäude den schlechtesten Energieklassen an. Die allermeisten davon werden noch mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl beheizt.

Deutscher Mieterbund erwartet steigende Mieten

„Den Vermietern entstehen durch die Sanierung erhebliche Kosten, die sie auf die Mieter umlegen werden“, warnt Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund in der „Bild“. „Die Folge: Die Mieten werden steigen.“ Zwar gebe es rechtliche Regelungen, die den Mietenanstieg begrenzten. Aber: „Die müssen konsequent beachtet und angewandt werden.“ Die Politik müsse zudem mehr Geld für die Investitionen zur Verfügung stellen.

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Für Handwerker wie Schreiner, Elektriker oder Anlagenmechaniker stellt der EU-Plan eine Art Konjunkturpaket dar. Allerdings: Diesen Branchen geht es im Prinzip schon heute glänzend, oft wartet man schon heute ein Vierteljahr auf einen entsprechenden Termin. Auch dieses Problem könnte sich weiter verschärfen.

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