ZPS
  • Das „Zentrum für politische Schönheit“ hat ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie die Flyer der AfD im Altpapier landen.
  • Foto: ZPS/Screenshot/hfr

Künstlerkollektiv mopste Millionen Flyer der AfD

Eine fiktive Firma sollte für die AfD im Wahlkampf Flyer und Broschüren verteilen – und warf sie stattdessen ins Altpapier. Hinter der Aktion steckt das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS). Die Partei ist stocksauer und will klagen.

Die Firma „Flyerservice Hahn“ hatte allen AfD-Verbänden in Deutschland angeboten, für sie Flyer zu verteilen. „Eine GmbH ohne Adresse, Handelsregistereintrag oder Steuernummer hat ihnen ein Angebot gemacht, das sie eigentlich nicht ablehnen konnten“, erklärte Philipp Ruch, Kopf des ZPS.

Philipp Ruch
Philipp Ruch ist der Gründer des Zentrums für politische Schönheit. Mit der Aktion wollten die Künstler „Weltmarktführer im Nichtverteilen von Nazi-Flyern“ werden.

Mehrere Kreisverbände fielen auf den Fake herein

Und tatsächlich gingen nach Angaben der AfD-Parteizentrale Kreisverbände und Kandidaten in Niedersachsen, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf das scheinbar günstige Angebot ein. So kamen insgesamt offenbar mehr als fünf Millionen Flyer zusammen; das entspricht 72 Tonnen an Werbematerial. Die AfD sprach zunächst von nur einer Million Exemplaren.


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Doch anders als versprochen, landeten die Broschüren nicht in den Briefkästen von Haushalten – sondern im Altpapier. In einem Video des ZPS ist zu sehen, wie Mitglieder des Kollektivs in gelben Schutzanzügen die Werbung kistenweise in große Container werfen.

AfD will Strafanzeige gegen das ZPS stellen

AfD-Chef Tino Chrupalla ist empört: „Diese beispiellose Aktion trifft nicht nur die AfD. Hier ist ein erheblicher Schaden für die Demokratie eingetreten.“ Das ZPS sei mit einem „hohen Maß an betrügerischer Energie“ vorgegangen. Die Partei will nun Strafanzeige stellen.

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Rauch glaubt nicht, dass ein solcher Schritt Erfolg hätte. Nach seinen Angaben existieren weder Auftragsbestätigungen noch rechtsgültige Verträge.

 

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