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Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni
  • Italiens Regierung um die Ministerpräsidentin Georgia Meloni beschloss strengere Voraussetzungen für den Bezug von Sozialhilfen. (Archivbild)
  • Foto: IMAGO / NurPhoto

Italien streicht Hunderttausenden Bürgern Sozialhilfe – per SMS!

Eine soziale Katastrophe droht: Italiens Regierung hat strengere Voraussetzungen für den Bezug von Sozialhilfen beschlossen – und die Bezieher einfach per SMS darüber informiert. Hunderttausende italienische Haushalte stehen nun vor den Konsequenzen der Kürzungen. Insbesondere einen Teil des Landes hat es hart getroffen.

Hunderttausenden Italienern wird ab Dienstag die Sozialhilfe gestrichen. Die italienische Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschloss strengere Voraussetzungen für den Bezug des sogenannten Bürgergelds, die ab dem 1. August greifen. Medienberichten zufolge sind rund 169.000 Haushalte von der drastischen Kürzung der Sozialhilfe betroffen. Per SMS wurden die Bezieher am vergangenen Freitag darüber informiert.

Bürger protestieren gegen Bürgergeld-Kürzungen – Mann stürmt Bürgermeister-Büro

Das Bürgergeld erhalten von nun an nur noch Haushalte, in denen Minderjährige, Menschen mit Behinderung oder Senioren älter als 65 Jahre leben. Beobachtern zufolge könnte das Bürgergeld im Spätsommer für weitere 80.000 Haushalte ausgesetzt werden. Insbesondere der Süden des Landes ist von den neuen Maßnahmen betroffen. Neapel ist etwa die Stadt mit den meisten Beziehern des Bürgergelds.

Gewerkschaften und Aktivistengruppen riefen zu Protesten gegen die Kürzung auf. In einigen Städten im Süden protestierten Menschen vor den Stellen der Sozialbehörde INPS. Am Montag stürmte auf Sizilien ein arbeitsloser Mann laut Medienberichten in der Gemeinde Terrasini in das Büro des Bürgermeisters, vergoss Benzin und drohte, alles in Brand zu setzen. Er konnte gestoppt werden.

Scharfe Kritik auch aus der Opposition

Oppositionspolitiker kritisierten den Schritt der Regierung scharf. Ex-Regierungschef Giuseppe Conte, der das Bürgergeld 2019 einführte, bezeichnete den Schritt als „ideologischen Krieg“, der auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werde. Kritiker befürchten eine „soziale Katastrophe“. Für Empörung sorgte, dass die Kürzung per Textnachricht mitgeteilt wurde.

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Melonis Rechtsregierung war das Bürgergeld ein Dorn im Auge. Sie will die Zahl der Leistungsempfänger und die Ausgaben für die Unterstützung massiv reduzieren. Die rechten Parteien behaupteten immer wieder, dass das Bürgergeld denjenigen, die arbeiten könnten, keinen Anreiz geboten habe, tatsächlich zu arbeiten. (dpa/mp)

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