G20 in Osaka
  • Drei Damen und viele Herren: So sah es aus, als die G20 sich 2019 in Osaka, Japan, trafen.
  • Foto: imago/Xinhua

G20: Die Welt retten in zwölf Minuten?

Die „Ewige Stadt“: Kaum ein Ort ist so geschichtsträchtig wie Rom. Und Historisches wollen die G20-Vertretenden auch erreichen. Vor allem der Klimawandel und die Pandemie sollen bekämpft werden. Doch schon die ersten Pläne rufen, wie so oft, Kritik hervor: Ein „Country Club der Reichen“ schwinge hier große Reden, ohne etwas für den Rest der Menschheit erreichen zu wollen.

Beim G20-Treffen am Wochenende gilt 3G, wie überall in Italien. Es soll offiziell aber um 3P gehen: „People, Planet, Prosperity“, also um Menschen, den Planeten und Wohlstand. Darüber diskutieren Abgesandte der EU und der 19 stärksten Volkswirtschaften am Samstag und Sonntag jeweils 120 Minuten.

Pro Land bleiben zwölf Minuten Redezeit

Wenn man davon ausgeht, dass jede Partei etwa gleich viel Redezeit bekommt, hätte jedes Land zwölf Minuten. Nicht nur diese Rechnung macht klar: Besonders viel dürfte wieder nicht erreicht werden beim Treffen. Oder erinnert noch irgend jemand konkrete Erfolge des G20-Treffens 2017 in Hamburg?

Erstmals seit 2019 findet das Treffen übrigens nicht überwiegend digital statt. Heißt im Umkehrschluss aber auch: Die Beteiligten, die sich im Vorfeld der Klimakonferenz COP 26 auf mögliche Klimaziele festlegen wollen, reisen fast alle mit Riesen-Entourage per Flugzeug an – nicht gerade klimaschonend und nur einer der zahlreichen Kritikpunkte an dem Treffen.

„Pandemiefolgen, Klimakrise und wachsende Ungleichheit sind toxische Mischung“

„Die G20-Gruppe trifft sich zu einem Zeitpunkt, an dem drei Krisen entschiedenes Handeln verlangen. Pandemiefolgen, Klimakrise und wachsende Ungleichheit sind eine toxische Mischung, die kein ,Weiter so‘ erlaubt“, sagt etwa Jörn Kalinski von Oxfam.


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Oxfam ist nur eine der zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (NGO), die in Rom Protest angemeldet haben. Zu wenig würde gegen den Klimawandel getan, zu ungerecht würden die Corona-Impfstoffe verteilt und die reichsten Staaten der Erde kündigten zwar oft Gerechtigkeits-Initiativen an, täten dann aber doch nichts, lauten seit Jahren die Vorwürfe.

„Der G20-Gipfel ist eine exklusive Veranstaltung“

Francesco Panie von der italienischen Umweltorganisation Terra sagt: „Der G20-Gipfel ist eine exklusive Veranstaltung. Er berücksichtig nicht die Länder, die am heftigsten von Klimawandel und Hunger betroffen sind.“

Befürwortende des Gipfels merken an, dass persönliche Treffen wichtig seien. Und auch das ist nicht von der Hand zu weisen: Die G20-Staaten sind alleine für 75 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich – ohne sie keine Klimawende!

Putin und Xi Jinping bleiben physisch fern

Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Xi Jinping haben ihre persönliche Teilnahme übrigens abgesagt und wollen sich lediglich per Video-Schalte beteiligen. Zwar nicht aus Klimaschutzgründen, aber 2020 hat gezeigt: Der Gipfel ist auch digital möglich.

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Die Protest-NGOs haben angekündigt, gewaltlos protestieren zu wollen. Die italienischen Behörden haben dennoch Angst und schützen den Gipfel mit Tausenden Polizeibeamten.

Sie fürchten gewaltsame Proteste militanter Impfgegner:innen und Rechtsradikaler.

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