Gassen, Spahn
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU, r.) sagt das Impftempo verlangsamt sich. Ärzte-Chef Andreas Gassen will auch deshalb volle Freiheit für Geimpfte.
  • Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Freiheit für alle Geimpften?

Das Impftempo in Deutschland nimmt etwas ab. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in der letzten CDU-Präsidiumssitzung vor der Sommerpause bestätigt. Gleichzeitig nimmt das Bemühen zu, die Bürger zum Impfen zu motivieren.

Die Idee, Strafen gegen Menschen zu verhängen, die einen zweiten Impftermin unentschuldigt sausen lassen, kommt in der Bundesregierung nicht gut an. Dies würde Menschen eher abschrecken statt zu motivieren, sagte Spahn in der Sitzung. Er plädierte dafür, auch dort ein Impfangebot zu machen, wo Menschen aktiv seien – beispielsweise bei Stadionbesuchen.

Merkel strebt 80 Prozent Impfquote an

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte der CDU-Spitze, Deutschland müsse eine Impfquote von mindestens 80 Prozent anstreben. Nur durch einem solchen Wert ließe sich mit der aufkommenden Delta-Variante eine Herdenimmunität erreichen. Sie wies noch einmal darauf hin, dass vor allem Kinder im Herbst noch verwundbar seinen.

Saskia Esken
SPD-Chefin Saskia Esken hofft, das die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung für das Impfen von Kindern überdenkt.

Auch deshalb tobt weiter ein Streit um die Frage, ob die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre eingeschränkte Empfehlung zur Impfung von Kindern nicht überdenken sollte. SPD-Chefin Saskia Esken und auch CSU-Chef Markus Söder hoffen darauf.

Gassen für Freiheit ab September

Andreas Gassen, oberster Vertreter der Kassenärzte, setzt auf ein anderes Mittel. Er forderte bei „Bild“ die Aufhebung aller Beschränkungen für Geimpfte – spätestens im September, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben. So könne man die „Impfmoral“ hoch halten.

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Sein Argument: „Mancher wird sich sonst fragen: Warum sollte ich mich womöglich mit Nebenwirkungen impfen lassen und etwas für die Herdenimmunität tun, wenn ich weiterhin Maske tragen muss, nur weil sich 20 bis 30 Prozent der Leute weigern.“

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