Angela Merkel
  • In wenigen Monaten oder Wochen wird Angela Merkel aus dem Amt scheiden. Wohl auch deshalb gibt sie vermehrt private Einblicke.
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Rolf Vennenbernd

Diesen Satz bereut Angela Merkel heute ein wenig

Angela Merkel scheidet aus dem Amt und plaudert aus dem Nähkästchen: Bei einer Veranstaltung mit der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie und Journalisten sprach sie nun offen wie selten – über sich selbst.

Was hat sie geprägt? „Dass ich als Kind mit geistig Behinderten zusammen aufgewachsen bin und da keine Furcht und Berührungsängste hatte. Dass ich Physik studiert habe“, antwortete die Politikerin. In ihrem Physikstudium hätten Männer immer gleich losgelegt, so dass sie oft keinen Experimentiertisch mehr abbekommen habe. Da habe sie dann gelernt, sich in einem männlich dominierten Umfeld ihren Platz zu erkämpfen.

Merkel: „Wir sollten alle Feministen sein“

Als Feministin sah sich die Kanzlerin aber lange nicht. 2017 war sie bei einem Frauengipfel gefragt worden, ob sie sich als Feministin betrachte. Damals kam ihre Antwort zögerlich und ausweichend: „Ich wollte mich mit diesem Titel nicht unbedingt schmücken“, sagte sie.

Merkel Chimamanda Ngozi Adichie
Angela Merkel und die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie in Düsseldorf.

Heute sieht sie das anders. Die niederländische Königin Máxima habe ihr damals den Hinweis gegeben, im Grunde gehe es doch nur darum, dass Frauen und Männer in gleichem Maße am gesellschaftlichen Leben teilnähmen. „In diesem Sinne kann ich heute bejahend sagen: Dann bin ich Feministin. Das habe ich damals auf der Bühne schon etwas schüchtern vorgebracht. Wir sollten alle Feministen sein.“

Ihre Zukunft bleibt nebulös

Seit ihrem Einstieg in die Politik habe sie keinen normalen Arbeitstag mehr gehabt – und sich deshalb auch nicht mehr die Frage gestellt, was sie abseits der Politik interessiere.

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Das wolle sie nun nachholen. „Möchte ich schreiben? Möchte ich wandern? Möchte ich zuhause sein? Möchte ich in die Welt fahren?“ Sie werde nun erst einmal nichts machen und abwarten „was da so kommt“. Das zu beobachten sei für sie „sehr faszinierend“.

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