Annalena Baerbock
  • Annalena Baerbock schildert in ihrem ersten Buch viel Privates – und ihre politischen Ideen.
  • Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Baerbock gibt Einblick in Privates

Ihren Lebenslauf hat Annalena Baerbock ein wenig aufgehübscht. Das hält die Kanzlerkandidatin der Grünen allerdings nicht davon ab, in der heißen Phase des Wahlkampfs ein eigenes Buch vorzulegen. Darin skizziert sie ihre weitgehend bekannten politischen Ideen – verrät aber auch sehr Persönliches.

Ihre Kindheit im Dorf Schulenburg an der Leine bei Hannover sei „ein bisschen Bullerbü auf Norddeutsch“ gewesen, schreibt die 40-Jährige in ihrem Erstlingswerk „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, das am 21. Juni erscheinen wird.

Baerbock und Habeck
Robert Habeck hat bereits sechs Bücher veröffentlicht. Nun hat Baerbock den „Winter-Lockdown“ genutzt, um ihr Erstlingswerk zu verfassen.

Dort kauften die Eltern gemeinsam mit Verwandten ein altes Haus und renovierten es jahrelang, wie sie schreibt. „Auf dieser Baustelle mit vier Hektar verwildertem Garten wurde ich mit meinen beiden jüngeren Schwestern und mit meinen Cousinen groß.“ Die Sehnsucht „nach Dorf“ sei ihr bis heute geblieben. Ihr Kampf gegen den Kohleabbau in der Lausitz sei auch ein Kampf für die dortigen Dörfer, schreibt sie.

„Mir rannten die Tränen über die Wangen“

„Da steckt viel Persönliches drin“, sagt Baerbock über ihr Buch. Denn sie glaube, dass Politik nur aus innerer Überzeugung möglich sei, mit Blick auf die Lebenswirklichkeiten der Menschen und als Teil ihres Alltags. Vor Emotionen schreckt Baerbock jedenfalls nicht zurück. Über ihren Besuch im Irak und das Schicksal von vergewaltigten Jesidinnen schreibt sie: „Mir rannen Tränen über die Wangen. Beim Schreiben tun sie das noch heute.“

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Richtig leidenschaftlich wird Baerbock neben dem Politischen vor allem beim Thema Sport: „Denke ich an Sport, denke ich an volle Power, klitschnasse Trikots und Schlammschlachten auf dem Fußballfeld. Und an Doppelsaltos auf dem Trampolin. Sport war mein Leben in der Jugend“, formuliert die Politikerin.

Die entscheidende Rolle der Großmutter

In die Politik sei sie vor allem durch ihre Oma gekommen, die sie „Annalehnchen“ nannte. Sie habe ihre Leidenschaft für Europa- und Völkerrecht entfacht, so Baerbock. Ihre Großmutter sei eine „stolze, selbstbewusste und lebensbejahende Frau“ gewesen – und ein Vorbild für sie selbst.

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