Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea
  • Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea.
  • Foto: dpa/KCNA

„Zutiefst beunruhigend”: Nordkorea reaktiviert Atomreaktor

Erneute Aufrüstung in Nordkorea? Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde möglicherweise der Atomreaktor im umstrittenen Nuklearzentrum Yongbyon wieder in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von nur fünf Megawatt ist der zwar klein, kann aber Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. „Seit Anfang Juli 2021 hat es Anzeichen gegeben, einschließlich des Ablaufs von Kühlwasser, die mit dem Betrieb des Reaktors übereinstimmen“, hieß es in dem IAEA-Bericht.

Südkorea wollte die Angaben der IAEA über den Reaktor zunächst nicht bestätigen. Die Regierung beobachte die Nuklear- und Raketenaktivitäten Nordkoreas in enger Zusammenarbeit mit den USA, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums am Montag. Der IAEA-Bericht war am Freitag dem Gouverneursrat der Behörde vorgelegt worden.

Atomreaktor aktiviert? Unabhängige Prüfung ist nicht möglich

Zudem war dem Bericht zufolge in Yongbyon das radiochemische Labor, das als Anlage zur Wiederaufarbeitung benutzter Kranbrennstäbe dient, von Mitte Februar bis Anfang Juli betrieben worden. Die Hinweise auf die Abläufe im Reaktor und im Labor seien „zutiefst beunruhigend“. Die IAEA beruft sich bei ihren Beobachtungen auf angekaufte Bilder, die von kommerziellen Satelliten gemacht wurden. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land vor einigen Jahren internationale Atominspekteure des Landes verwiesen hatte.

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Das Land ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen. In einem internen UN-Bericht hatte es im Februar geheißen, Nordkorea treibe das Programm trotz der Sanktionen weiter voran. (km/dpa)

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