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Corona-Symbolbild
  • Ein Mitarbeiter steht in einer Corona-Teststation
  • Foto: Marcus Brandt/dpa

Wegen Corona: Schlimmer Personal-Notstand an Kliniken

Auch Ärztinnen und Pfleger werden krank – und momentant grassiert die Corona-Sommerwelle. Einige Notaufnahmen sind deshalb schon zeitweise geschlossen. Was, wenn die erwartete Herbstwelle noch größer wird?

Der zunehmende Ausfall von Klinikpersonal durch die Corona-Sommerwelle lässt die Besorgnis wachsen. „Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem RND. Zeitweise würden auch Notaufnahmen bei den Rettungsleitstellen abgemeldet. „Diese Situation besorgt uns erheblich mit Blick auf den bevorstehenden Herbst.“

Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Das Robert Koch-Institut gibt die offizielle Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit rund 650 an. Experten schätzen die tatsächliche Zahl etwa doppelt so hoch, weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen und damit nicht erfasst werden.

Intensivbelegung für den Sommer „relativ hoch“

Der wissenschaftlicher Leiter des Intensivbettenregisters, Christian
Karagiannidis, sagte der „Rheinischen Post“: „Die Intensivbelegung steigt zwar nur moderat, allerdings ist
die Belegung für einen Sommer relativ hoch, und die zur Verfügung stehenden Betten werden auf Grund des
Personalmangels immer weniger.“ Daher sei jetzt die Zeit zu nutzen, um Kapazitäten optimal zu verteilen. „Hierzu gehören regionale Netzwerke zur bestmöglichen Patientenverteilung nach Versorgungsstufe. Kooperation, aber auch Entlastung des Personals wird in diesem Herbst und Winter das Gebot der Stunde“, sagte Karagiannidis, der auch im Expertenrat der Bundesregierung
sitzt.

Eine Forderung nach Verkürzung der Quarantänezeit wies die Deutsche Stiftung Patientenschutz zurück. Der FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki hatte eine Freitestung per Schnelltest schon nach drei Tagen vorgeschlagen. Bisher sind es fünf, eine Freitestung wird lediglich empfohlen, verpflichtend ist sie nur für Klinik- und Pflegepersonal. Dies „befeuert die unkontrollierte Ausbreitung von Corona“, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Deshalb muss die Isolationszeit für Corona-Positive auf zehn Tage verlängert werden. Diese darf nur verkürzt werden, wenn ein PCR-Test negativ ausfällt.“

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Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, forderte Rechtsgrundlagen für Masken- und Testpflichten, um Schulschließungen im Herbst zu vermeiden. «Dazu gehört die Möglichkeit einer Maskenpflicht, wenn die Infektionszahlen weiter stark steigen. Dazu gehört aber auch die Möglichkeit, bei hohen 7-Tage-Inzidenzen wieder regelmäßige Tests in den Bildungseinrichtungen einzuführen“, sagte sie dem RND. Man müsse alles dafür tun, erneute Schul- und Kitaschließungen zu verhindern. (dpa/miri)

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