Til Schweiger
  • Til Schweiger im Trailer zum neuen Dokumentarfilm „Eine andere Freiheit“.
  • Foto: picture alliance/dpa/Schutzfilm

„Virus für Kinder harmlos“: Til Schweiger entsetzt im Trailer zu Anti-Impf-Film

Er schwurbelt sich immer weiter rein, der Schwurbel-Schweiger! Nach wochenlanger Sendepause ist der Schauspieler und Produzent wieder da, dieses Mal aber nicht mit Fanboy-Selfie mit Querdenker-Held Boris Reitschuster, sondern mit eigenen, sehr fragwürdigen Aussagen zur Pandemie und Kinder-Impfungen.

In welchem Lager sich der Hamburger in Sachen Corona zu Hause fühlt, machte er im Juni sehr deutlich, als er unter ein Foto mit Boris Reitschuster, der als Autor immer wieder mit Schwurbeleien, Falschbehauptungen und fragwürdigen Corona-Thesen auffällt, schrieb: „barefoot boat mit meinem helden boris reitschuster“. Dazu gab’s noch ein Herz-Emoji für Schweigers neuen „Best Buddy“. Danach hielt sich der 57-Jährige öffentlich zurück mit Schwurbeleien und anderem Corona-Quatsch – bis jetzt.

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Dokumentarfilm „Eine andere Freiheit“ will Corona-Impfungen bei Kindern „kritisch“ beleuchten

Er ist nämlich ganz offiziell Teil des Dokumentarfilms „Eine andere Freiheit“, in dem es um die Corona-Impfung bei Kindern geht. Hier mit dabei: Der Initiator der umstrittenen Schauspieler:innen-Aktion „Alles dicht machen“ und Miriam Stein, die Lebensgefährtin von Schauspieler Volker Bruch, der ebenfalls für „Alles dicht machen“ vor der Kamera stand – und Mitglied der „Querdenker“-Partei „Die Basis“ ist. Also ist Schweiger für den Film in allerbester „Schwurbel-Gesellschaft“. Doch was sind die Aussagen, die kurz nach Veröffentlichung des Trailers am Sonntag die Kommentarspalten des Netzes schon zum Glühen brachten?

In Schwarz-Weiß und untermalt von klassischer, drückender Musik kommen in dem rund sechsminütigen Trailer allerhand Expert:innen zu Wort, deren Botschaft im Kern die ist: Eine Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ist Quatsch, das Virus für die Lütten ungefährlich – im Gegensatz zum Druck, den die Regierung und die Gesellschaft aufbauen.

Til Schweiger: „Für Kinder ist dieser Virus absolut harmlos“

Schweiger meint: „Für Kinder ist dieser Virus absolut harmlos. Und die Gefahr so einer Impfung, die man nicht erforscht hat, ist ungleich höher als der Virus selber, deswegen halte ich das persönlich für, also, entsetzlich. Entsetzlich finde ich das.“

Und weiter. „Das andere Schlimme ist die Gesetzesänderung, die unser Grundgesetz mehr oder weniger außer Kraft gesetzt hat. Damit werden die Leute ja jetzt praktisch erpresst oder verführt – indem man sagt: Wir geben euch einen Teil eurer Grundrechte, die man uns aufgrund unserer Verfassung nicht nehmen kann, aber dann könnt ihr wieder reisen, dann können die Kinder wieder zu Oma gehen, ohne Angst.“ Sein Ausschnitt endet mit einem tiefen Seufzer und einem leeren Blick.

Im Gegensatz zum Drama mangelt es dem Produzenten aber an Belegen für seine Theorien, vor allem die Aussage, dass „das Virus für Kinder absolut harmlos sei“ ist de facto einfach falsch. Vor allem sind die Gefahren von Long Covid, also den Virus-Spätfolgen, bei den Kleinen nicht zu unterschätzen. Dafür sprechen sich mittlerweile auch immer mehr wissenschaftliche Studien aus.

Kommentar zu Til Schweiger in „Eine andere Freiheit“: „falsch und dumm“

Zu dem Filmtrailer von „Eine andere Freiheit“ gibts es mittlerweile viele – vor allem auch kritische – Meinungen. So ist da unter in den Twitter-Kommentaren zu lesen „falsch und dumm“, „Schwurbel“ oder ausführlicher: „Promis genießen (meistens) ein hohes Maß an Ansehen. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung. An einem Punkt wie diesem, mitten in der erlahmenden Impfkampagne, Wasser auf die Mühlen der ‚Querdenker‘ zu kippen, das wiegt schwer.“

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Der 80-Minüter „Die andere Freiheit“ soll laut der Homepage der Produktionsfirma „Schutzfilm“ „demnächst“ erscheinen. Hinter dem Projekt stehen die österreichischen Filmemacherin Patricia Josefine Marchart und der Kameramann Georg Sabransky, ebenfalls aus Österreich. Wie sie auf ihrer Homepage erklären, geht es ihnen mit ihrem Film um „unterschiedliche Perspektiven“ auf das Thema Corona-Impfungen bei Kindern. Diesen Komplex wollen sie „kritisch beleuchten“. Und das nehmen sie ziemlich genau, denn in den sechs Trailer-Minuten gibt es keine einzige, eindeutige Pro-Meinung zu dem Thema.

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