Die kleine Cleo kurz vor ihrem Verschwinden. Was ist mit ihr passiert?
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  • Foto: WA Police

Wo ist Cleo? Vierjährige verschwindet nachts aus Zelt

Es ist ein wahr gewordener Albtraum für die Eltern der kleinen Cleo: Ihre Tochter ist auf einem Camping-Ausflug im Westen Australiens mitten in der Nacht aus dem gemeinsamen Zelt verschwunden. Der Fall ist völlig rätselhaft, denn die Gegend, in der Cleo verschwand, ist kaum besiedelt.

In der Nacht von Freitag auf Samstag (Ortszeit) sehen ihre Eltern Cleo zuletzt – da liegt sie schlummernd im Schlafsack neben ihnen. Um 1.30 Uhr muss das gewesen sein, geben Vater und Mutter später bei der Polizei an. Als beide am nächsten Morgen gegen 6.30 Uhr aufwachen, ist die Vierjährige verschwunden – samt ihrem Schlafsack!

Vierjährige und ihre Eltern zelten irgendwo im Nirgendwo

Die Gegend, in der die Familie am Wochenende zelten geht, liegt buchstäblich irgendwo im Nirgendwo. Sie schlägt ihr Lager an einem kleinen Campingplatz in der Nähe der Quobba Blowholes an der Westküste Australiens auf. Um dorthin zu gelangen, muss man kilometerweit auf schnurgeraden Straßen durch die ausgedörrte Wildnis fahren – oft, ohne dabei einem anderen Fahrzeug zu begegnen. Der nächstgelegene Hinweis auf menschliches Leben ist Lake Macleod, ein Weiler bestehend aus vier, fünf Wellblechhütten in rund 18 Kilometer Entfernung. Eine größere Ortschaft mit Infrastruktur wie Tankstelle, Supermarkt und Apotheke findet sich erst gut 70 Kilometer entfernt.

Die Polizei veröffentlichte ein Foto des Campingplatzes, von dem Cleo verschwand.
Die Polizei veröffentlichte ein Foto des Campingplatzes, von dem Cleo verschwand.

Dort, im 4400 Seelen-Ort Carnarvon, wohnt die Familie, kennt sich in der Gegend gut aus und geht öfter an den Blowholes zelten. In Carnarvon befindet sich auch die nächstgelegene Polizeistation, die den Fall übernommen hat. Man habe „ernste Bedenken um Cleos Sicherheit“, teilen die Ermittler am Montag mit. Es würden „alle Möglichkeiten“ untersucht, wie das Verschwinden der Vierjährigen zu erklären sein könnte.

Polizei, Freiwillige und Familie auf der Suche nach Cleo

Im Umkreis von 1000 Kilometer um den Campingplatz wird in alle Richtungen gesucht. Beamte filzen Hütten und Unterstände in der Gegend, hängen Suchplakate auf, die Mordkommission rückt an, Forensiker nehmen den Ort unter die Lupe, Drohnen sind im Einsatz, genau wie Taucher. Der Campingplatz liegt nicht weit von der spektakulären Küste entfernt. Der Wellengang dort ist manchmal sehr stark – zum Zeitpunkt von Cleos Verschwinden herrschte allerdings Ebbe. Auch Privatleute beteiligen sich an der Suche: So steigt etwa ein Hubschrauber eines Anbieters von Touristen-Heliflügen auf, Durchreisende und Anwohner geben Materialien ihrer Überwachungskameras und Dashcams bei der Polizei ab.

Auch Cleos Mutter sucht nach ihrer Tochter. Auf Facebook postet sie am Sonntag einen verzweifelten Aufruf: „Es ist über 24 Stunden her, seit ich das letzte Mal das Funkeln in den Augen meines kleinen Mädchens gesehen habe! Bitte helfen Sie mir, sie zu finden! Wenn Sie etwas hören oder sehen, rufen Sie bitte die Polizei!“ 

Ist Cleo weggelaufen? Oder wurde sie entführt?

Der zuständige Inspector Jon Munday sagt, man habe bereits viele Informationen gesammelt, schließe zu diesem Zeitpunkt „nichts aus“ und überlasse „nichts dem Zufall“. „Wir bringen in dieser Anfangsphase wirklich alles, was wir haben, in die Suche ein“, so Munday weiter. Viel könne er zum Stand der Ermittlungen noch nicht verraten – „es wurde uns berichtet, dass ein Schlafsack fehlt.“ Das Mädchen habe zuletzt einen rosa-violetten, einteiligen Schlafanzug mit blau-gelbem Muster getragen.


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Ist die Vierjährige vielleicht einfach nachts weggelaufen? Die Zeitung „The West Australia“ zitiert einen Freund der Familie: „Sie ist ein kluges, kleines Mädchen. Sie wäre nicht einfach losgelaufen.“

Wurde Cleo also womöglich entführt? „Das schließen wir nicht aus“, sagt Munday. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegen leider noch alle Optionen auf dem Tisch“. Ob das Zelt zum Zeitpunkt von Cleos Verschwinden abgeschlossen war, kann Munday nicht sagen. „Ich kann keine Einzelheiten kommentieren zu dem, was wir aufgedeckt haben und was wir nicht aufgedeckt haben. Aber wir haben die besten Leute, und wir werden nichts unversucht lassen, bis wir Antworten haben“, so Munday.

Die äußeren Bedingungen spielen den Ermittlern dabei nicht unbedingt in die Karten: „Es gibt hier in der Gegend nur eine begrenzte Wasserversorgung, es ist warm, es gibt nur sehr wenig Unterschlupfmöglichkeiten“, so Munday. Zudem sei Regen angekündigt, was die Suchaktion erschweren könnte. Alles in allem sei das „sehr, sehr besorgniserregend.“ Aber, so Munday weiter: „Wir werden hier nicht weggehen, bis wir zufrieden sind (…) und mit der Hand auf dem Herzen weggehen und sagen können, dass wir unser Bestes getan haben, um Cleo zu finden“.

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