Mia Julia havin' Fun
  • So sah das vor Corona aus: Party-Stimmung mit Mia Julia im „Bierkönig“
  • Foto: picture alliance/dpa | Clara Margais

Trotz Corona und Lokalpolitik: Auf Malle soll die Party weitergehen

Die besonders bei Deutschen beliebte Feiermeile auf Mallorca stört Politiker und Geschäftsleute der Insel schon seit Jahren. Aber so leicht wird sich das bierselige Partyvolk nicht vertreiben lassen.

Die Playa de Palma ist der wohl deutscheste Ort außerhalb Deutschlands. Millionen Touristen, die dort jährlich feiern und ordentlich einen drauf machen, schwören auf den Kultstatus des berüchtigten Ballermanns. Doch den Politikern auf Mallorca ist der gut 500 Meter lange Strandabschnitt schon lange ein Dorn im Auge.

Die örtliche Politik hat keinen Bock mehr auf Sauf-Touristen

Regelmäßig verschärft die Regierung die sogenannten Benimmregeln, um dem lautstarken Treiben ein Ende zu bereiten. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Aber was die Gesetze nicht schafften, schaffte Corona. Die Partyhochburg war zeitweise durch die Pandemie lahmgelegt. Und die Zukunft ist ungewiss.

„Für Sauftouristen ist auf unserer Insel kein Platz mehr“, sagt Regierungssprecher Iago Negueruela. „Wir wollen den Ballermann komplett renovieren. Wir wollen keine Leute mehr sehen, die sich auf der Straße betrinken. Die Qualität muss steigen, dafür können wir auch auf Fördermittel der EU zurückgreifen.“ Die derzeitige Inselregierung habe sich das Ende des Party-Rummels von Anfang an auf die Fahnen geschrieben.

Auch Luxus-Gastronomen wollen Ballermänner und -frauen loswerden

Unterstützt wird die Politik von Hoteliers und Restaurant-Inhabern, die sich zur Qualitätsoffensive „Palma Beach“ zusammengeschlossen haben. Meist handelt es sich dabei um Anbieter im Luxussektor. „Hoteliers und Gastronomen haben an der Playa de Palma viel Geld investiert, um einen hochwertigen Tourismus anbieten zu können. Das wird durch die Partygänger gefährdet“, sagt Negueruela.

So schossen bereits in den vergangenen Jahren Fünf-Sterne-Hotels und teure Restaurants wie Pilze aus dem Boden. Doch billigen Alkohol gibt es für die fröhlichen Zecher auch weiterhin. „Allein mit Champagner lassen sich die Kassen nicht füllen. Die Partytouristen bringen Geld“, meint der Musiker Dominik Allwardt.

Dennoch: Die Szene plant für die nächste Saison

Der 34-Jährige aus dem Münsterland, der unter dem Künstlernamen Nik Hopfen auftritt, gehört zu den Neuzugängen in der Szene. „Durch die Pandemie haben die bekannten Künstler abgewartet und lange keine neuen Lieder herausgebracht. Das war die Chance für Newcomer wie mich.“

Der Sänger träumt von Auftritten in den großen Partytempeln. Erste Bühnenerfahrung an der Playa de Palma konnte der Krankenpfleger Anfang des Jahres im „Münchner Kindl“ sammeln. Die Wirtin Gerlinde Weininger möchte in der kommenden Saison mit dem Ballermann-Sänger Stefan Stürmer die „Stürmer-Arena“ eröffnen. Die Diskothek soll den Branchenriesen „Bierkönig“ und „Megapark“ Konkurrenz machen.


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Wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete, planen die beiden Partytempel ebenfalls eine Qualitätsoffensive und wollen nicht länger die klassischen Sauflieder spielen. Das wäre ein gewagter Schritt – viele Hits handeln vom exzessiven Alkoholkonsum.

Auch Nik Hopfen hat sich mit Zeilen wie „Man darf die Hopfnung nie verlieren“ darauf spezialisiert. „Zum Glück gibt es die „Stürmer-Arena“, wo die Songs dann noch erlaubt sind. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass der „Bierkönig“ die Lieder wirklich verbietet“, sagt der Partysänger. „Nur weil die Musik vom Trinken handelt, animiert das nicht automatisch zum Saufen.“

Pandemie nur als Vorwand im Kampf gegen Ballermann?

Mancher Sänger wirft der Regierung vor, die Pandemie als Vorwand genutzt zu haben, um dem Ballermann ein Ende zu bereiten. Wegen der strikten Auflagen für Bars und Diskotheken war der „Megapark“ das ganze Jahr geschlossen. Im „Bierkönig“ durfte nur im Sitzen gefeiert werden. 

Das Stehvermögen des Partyvolks sollte aber nicht unterschätzt werden. Als die nächtliche Ausgangssperre im Juni endete, strömten Tausende Urlauber und Einheimische an die Playa de Palma, um die Sau rauszulassen. Die Polizei konnte angesichts der Menschenmassen meist nur hilflos zugucken.

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Die Zukunft des Ballermanns ist aber erstmal eng an den Verlauf der Corona-Kurve geknüpft. Derzeit steigen auch auf Mallorca die Zahlen wieder. Ein Plus ist die hohe Impfquote von 85 Prozent. Hopfen meint: „Es wird auf jeden Fall eine Saison geben“. (dpa)

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