Travis Scott bei seinem Auftritt im NRG Park.
  • Travis Scott bei seinem Festival-Auftritt im NRG Park.
  • Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Amy Harris

Tote bei seinem Festival: Fans verklagen Rap-Superstar Travis Scott

Mit einer Massenpanik hat das „Astroworld“-Festival am Freitag ein tragisches Ende gefunden: Im dichten Gedränge vor der Konzertbühne in Houston kamen acht Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Während die Polizei nach Antworten sucht, haben erste Festivalbesucher für sich bereits den Schuldigen ausgemacht: Einer von ihnen hat den HipHop-Superstar Travis Scott wegen „Anstiftung zum Chaos“ auf eine Million Dollar verklagt.

Der Kläger namens Manuel Souza sei bei dem Open-Air-Festival demnach „ernsthaft“ verletzt worden. Der 29-Jährige bezeichnete die Vorfälle als „vorhersehbare und vermeidbare Tragödie“. Die Organisatoren hätten es nicht geschafft, das Konzert auf sichere Weise zu planen und durchzuführen.

Eine weitere Klageschrift von dem 23-jährigen Kristian Paredes, der bei der Massenpanik ebenfalls schwer verletzt worden ist, ist im britischen Boulevardblatt „Daily Mail“ abgedruckt worden. Darin heißt es, Scott habe bereits bei früheren Veranstaltungen Chaos gestiftet. Drake wird vorgeworfen, er habe die Stimmung noch weiter aufgeheizt, als er auf die Bühne gekommen sei. Er habe seine Show fortgesetzt, obwohl die Menge außer Kontrolle gewesen sei. Paredes verklagte auch den Konzertveranstalter Live Nation. Angesichts der vielen Verletzten sind weitere Klagen zu erwarten.

Rapper Travis Scott unterbrach immer wieder sein Konzert

Auch in den sozialen Medien suchen viele nach Schuldigen. Es verbreiten sich Berichte über angeblich unzulängliche Sicherheitsvorkehrungen und Nothelfer, die der Lage nicht gewachsen waren. Schockierende Videos, die Augenzeugen ins Netz stellten, zeigen Ambulanzen, die sich verzweifelt einen Weg durch die Menschenmenge bahnten.


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Ein weiterer Clip zeigt ein Mädchen, das hilfesuchend auf eine Plattform für Kameraleute klettert und schreit, dass vor der Bühne Menschen sterben. Doch der Kameramann hört ihr nicht zu – stattdessen schickt er sie runter, sie wird von der Menge ausgebuht. Konzertgänger berichteten in internationalen Medien davon, wie sie Todesangst bekamen und Menschen zu Boden getrampelt wurden.

All diese schockierenden Szenen spielten sich in einem Zeitraum von etwa einer halben Stunde ab – erst dann erklärten Veranstalter die Show für beendet. Rapper Travis Scott unterbrach zwischenzeitlich mehrmals das Konzert, etwa als ein Krankenwagen auf dem Gelände eintraf.

„Astroworld“-Festival: Ermittlungen dauern an

Scott hatte sich am Samstagvormittag bereits auf Twitter zu dem Unglück geäußert. „Ich bin völlig am Boden zerstört von dem, was letzte Nacht passiert ist“, schrieb der Musiker. Reality-TV-Star Kylie Jenner nahm ihren Freund nach Vorwürfen in Schutz. „Ich möchte klarstellen, dass wir nichts von irgendwelchen Todesfällen wussten, bis nach der Show, als die News bekannt wurden“, erklärte Jenner auf Instagram. Zu den Klagen hat Scott sich bislang nicht geäußert.

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Die Polizei hatte am Samstag erklärt, dass es eine gründliche Untersuchung geben würde. Houstons Bürgermeister Sylvester Turner warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen: Es gebe noch viele offene Fragen, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Vorfälle werden die Zivilgerichte wohl noch eine ganze Weile beschäftigen. (mhö)

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