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Geldscheine und ein Einkaufskorb Einkaufen
  • Einkaufen war sehr lange nicht mehr so teuer wie aktuell. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa

„Spaltpilz“: Heftige Teuerungsrate trifft vor allem ärmere Familien

Ob Gurken, Kekse oder Babybrei: Alles wird teurer! Dieser Stoßseufzer war lange nicht mehr so aktuell wie jetzt: Die Teuerungsrate ist im Mai auf 7,9 Prozent geklettert – das ist der höchste Stand seit fast 50 Jahren. Und einige trifft es noch viel härter als andere: Familien mit Kindern und geringem Einkommen sind besonders heftig gebeutelt.

Familien mit niedrigem Einkommen mussten für ihre typischen Einkäufe nämlich sogar 8,9 Prozent mehr zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in seinem Inflationsmonitor für den Monat Mai.

Wie es dazu kommt? Gas, Strom, Heizöl und Nahrungsmittel sind laut IMK momentan die stärksten Preistreiber. Genau diese Waren des Grundbedarfs fallen bei den Ausgaben ärmerer Haushalte sehr stark ins Gewicht. Dagegen machen sie bei Menschen mit hohem Einkommen einen deutlich kleineren Anteil des Warenkorbs aus: Singles mit hohem Einkommen haben momentan die geringste Inflationsbelastung, nämlich 6,5 Prozent.

„Hohe Inflationsraten und negative Realzinsen sind ein Spaltpilz für die Gesellschaft“

Das tut weh im Geldbeutel – und ist gefährlich: Die Rekord-Inflation birgt nach Ansicht von Christian Sewing, Vorstand des Bankenverbands, sozialen Sprengstoff. „Hohe Inflationsraten und negative Realzinsen sind ein Spaltpilz für die Gesellschaft. Wenn ein hoher Prozentsatz der berufstätigen Familien sagen, sie können wegen der gestiegenen Preise am Ende des Monats nichts mehr sparen, dann führt das auf Dauer zu gesellschaftlicher Unruhe“, sagte er. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Inflation so schnell wie möglich wieder in einen Bereich kommt, der die Bürger nicht verunsichert.“

Und genau das sehen IMK-Direktor Sebastian Dullien und Inflationsexpertin Silke Tober nicht – im Gegenteil: Die Teuerung könnte sich sogar noch weiter verschärfen, weil bisher noch nicht alle Preissteigerungen von Haushaltsenergie im Großhandel an die Privathaushalte weitergegeben wurden.

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Und auch Christian Sewing, im Erstjob Chef der Deutschen Bank, ist nicht optimistisch: „Es spricht vieles dafür, dass wir den Höhepunkt der Inflation im Herbst sehen könnten“, sagt er. „Aber grundsätzlich wird uns die Inflation länger begleiten.“ (dpa/miri)

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