Schweineherz Maryland München
Schweineherz Maryland München
  • Ärzte in Maryland bei der Transplantation des Schweineherzens vor einem Jahr
  • Foto: picture alliance/dpa/University of Maryland School of Medicine | Tom Jemski

So bald könnte in Deutschland schon ein Schweineherz transplantiert werden

Besondere Herzensangelegenheit: In maximal zwei Jahren könnte in München bereits ein Schweineherz in einen Menschen transplantiert werden, sind sich Herzchirurgen sicher. Es wäre die erste Transplantation dieser Art in Deutschland.

„Wir sind in der Endphase“, sagt Herzchirurg Bruno Reichart, Mitglied des Forschungsteams, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir haben alles ausprobiert – bis auf die eigenen Schweine“, erklärt der Mediziner weiter. Dazu seien kleine Tiere aus Neuseeland genmodifiziert worden. „Aber es fehlt noch ein wichtiger Baustein, daran wird gearbeitet.“ Die Tiere werden nur 70 bis 90 Kilogramm schwer. Andernfalls würde das Herz zu groß für einen Menschen. Schweine sind als Organspender besonders geeignet, weil sie sich gut züchten lassen und weil ihr Stoffwechsel dem der Menschen ähnelt.

Nach der Modifikation müsse es zunächst Versuche mit Pavianen geben, sagte Reichart, der sich seit Jahrzehnten mit der Xenotransplantation, also der Übertragung von funktionsfähigen Organen zwischen verschiedenen Spezies, im Besonderen von Tieren auf den Menschen, beschäftigt. Ein Jahr sollten die Affen überleben, ehe eine Pilotstudie an Menschen starte. Derzeit kümmere sich das Team um die Zulassung beim Paul-Ehrlich-Institut.

München: In zwei Jahren soll Schweineherz transplantiert werden

Vor einem Jahr hatten Chirurgen in Maryland in den USA die weltweit erste Transplantation eines Schweineherzens auf einen Menschen unternommen. Die Operation, die die Ärzt:innen durchgeführt hatten, galt als Meilenstein auf dem Gebiet der Organtransplantation. Aber: Zwei Monate nach der Transplantation starb der Patient. Laut Reichart sei es aber trotzdem ein gutes Ergebnis, dass der 57-Jährige angesichts seiner Vorerkrankungen überhaupt zwei Monate überlebt habe. Der Mann hatte an einer lebensgefährlichen Herzkrankheit gelitten, für ein menschliches Spenderherz war er als nicht geeignet eingestuft worden. Vor dem Eingriff hatte er dem Krankenhaus zufolge gesagt: „Ich weiß, es ist ein Schuss ins Blaue, aber es ist meine letzte Chance.“

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Vor dem ersten Eingriff an einem Menschen in München, in dann wohl zwei Jahren, soll alles passen. „Ich habe schon den Anspruch, dass es besser läuft als in Maryland vor einem Jahr“, sagte Reichart. Zwar operiere er nicht mehr selbst. „Dabei sein möchte ich aber schon.“ (alp/dpa)

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