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Berlin Straßenbahn
  • Berliner Straßenbahn (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall

Online-Ticket zu spät gelöst: Bahn-Kontrolleure sollen Frau Finger gebrochen haben

Folgenschwerer Zoff um ein Online-Ticket: Nach einem viel diskutierten Video einer Frau zu einer Auseinandersetzung mit Kontrolleuren in einer Berliner Straßenbahn wollen sich die Verkehrsbetriebe BVG mit der Frau austauschen. Im Zuge des Streites sollen die Kontrolleure ihr einen Finger gebrochen haben.

Die Frau, die Yogaunterricht auf Internetkanälen anbietet, hatte das mehr als vier Minuten lange Video auf Englisch veröffentlicht. Es zeigt sie in einer Wohnung, auf der Straße, im Krankenhaus und auch kurz bei dem Vorfall. Sie erzählte, dass sie mit der Straßenbahn gefahren sei, aber vergessen habe, eine Fahrkarte zu kaufen. Als sie in der Bahn ein Internetticket gekauft habe, seien gleichzeitig Kontrolleure gekommen und hätten gesagt, das sei zu spät und ungültig.

Berlin: BVG-Kontrolleure sollen Frau Finger gebrochen haben

Sie sollte aussteigen, habe sich aber zunächst geweigert. Schließlich sei sie ausgestiegen und wollte weg gehen. Die Kontrolleure hätten sie aggressiv festgehalten, sie angeschrien und ihr wehgetan. Ein Finger sei verdreht worden. Im Krankenhaus habe man einen Bruch festgestellt, und sie könne vier bis acht Wochen nicht arbeiten.

In dem kurzen Videoteil des Vorfalls, das Zeugen aufnahmen, ist zu sehen, wie die Frau sich von den Kontrolleuren entfernt, einer hinterhergeht und sie am Arm festhält. Sie wehrt sich und schlägt ihn auf seinen Arm.

Die 31-jährige Frau und die Kontrolleure hatten sich nach dem Vorfall am 18. Januar in Berlin-Friedrichshain gegenseitig wegen Körperverletzung angezeigt. Die Polizei ermittle und werte Videos und Zeugenaussagen aus, sagte ein Sprecher. Zahlreiche Medien hatten über das Video berichtet.

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Nun hat die BVG Kontakt zu der Frau aufgenommen, so ein Sprecher am Freitag. Zu Inhalten werde sich die BVG aber nicht äußern, sondern die Ermittlungen der Polizei abwarten. Grundsätzlich würden Beschwerden sehr ernst genommen, es gebe dafür einen festen Ablauf. „Wir prüfen jeden Einzelfall.“ Jährlich gebe es sieben Millionen Kontrollen. Bei Instagram versicherte die BVG: „Wir sind uns der im Video dargestellten Situation bewusst.“ Es würde alles versucht, den Fall schnell zu klären und zu lösen.

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Rechtlicher Hintergrund: Laut BVG müssen elektronische Tickets in der App vor Betreten der Bahn gekauft werden müssen. Die Kontrolleure dürfen Fahrgäste zum Aussteigen auffordern und mit auf den Bahnsteig nehmen. Draußen können die Fahrgäste ihren Ausweis zeigen oder die Kontrolleure haben das Recht, sie – auch körperlich –festzuhalten, bis die Polizei kommt. (dpa)

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