Das Bild zeigt den Komet C/2022 E3 (ZTF) über Drebber, Niedersachsen.
Das Bild zeigt den Komet C/2022 E3 (ZTF) über Drebber, Niedersachsen.
  • Das Bild zeigt den Komet C/2022 E3 (ZTF) über Drebber, Niedersachsen. Die Aufnahme ist vom 17. Januar 2023.
  • Foto: picture alliance/dpa/TNN | Thomas Lindemann

Nach 50.000 Jahren: Augen auf – der „grüne Komet“ kommt

In den kommenden Tagen ist ein Komet am Himmel zu sehen, der zuletzt vor 50.000 Jahren an der Erde vorbei zog. Damals war die Sahara noch Grasland und unser Verwandter, der Neandertaler, zog durch die Landschaft. Ob dieser ein Fernglas hatte, mag bezweifelt werden, aber der grüne Schweif des Kometen C/2022 E3 (ZTF) ist auch mit dem bloßen Auge zu sehen.

Der grüne Komet C/2022 E3 (ZTF) kommt bei einem seiner seltenen Besuche unserem Planeten immer näher. Seinen geringsten Abstand zur Erde mit rund 42 Millionen Kilometern hat der nur alle 50.000 Jahre an unserem Planeten vorbeiziehende Schweifstern der Vereinigung der Sternfreunde zufolge am 1. Februar 2023. 42 Millionen Kilometer mag viel klingen – ist aber lediglich ein knappes Drittel der Entfernung der Erde zur Sonne – und damit ist er für unser menschliches Auge sichtbar.

Komet am 21. Januar am besten zu sehen

Eine gute Beobachtungszeit ist laut Simon Plate, Leiter des Potsdamer Urania-Planetariums, schon in den Tagen davor, am 20., 21. und 22. Januar. Da stünde der Komet in einem schönen Himmelsbereich, zwischen Großem Wagen und Polarstern, da wandere er hindurch und sei relativ leicht zu finden, sagte Plate dem „rbb“.

Am 21. Januar ist er möglicherweise jedoch am allerbesten zu sehen. Da ist Neumond und wenn weniger Mondlicht den Himmel aufhellt und das Wetter mitspielt, kann man den grünen Schweif am besten erkennen. Da war übrigens der Neandertaler vor 50.000 Jahren uns gegenüber im Vorteil: Ohne die vielen Lichter einer Großstadt ist ein solches Ereignis einfach besser zu entdecken. Möglicherweise kann C/2022 E3 (ZTF) ab 21. Januar mit bloßem Auge gesehen werden, in jedem Fall aber mit einem Fernglas oder einem Teleskop.

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Der Komet hat eine grünlich schimmernde, rund 50.000 Kilometer umfassende sogenannte Koma, eine Art Teilchenhülle. Die grüne Farbe kommt dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zufolge durch ein Gas, dass durch die Erwärmung an der Sonne entsteht. Der Himmelskörper C/2022 E3 (ZTF) wurde erst vor einem Jahr entdeckt: Er hat seinen Namen, weil er am 2. März 2022 im Rahmen eines Programms namens „Zwicky Transient Facility“ (ZTF) von einem Observatorium in den USA aus gesehen wurde. (usch/dpa)

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