Extinction Rebellion London
Extinction Rebellion London
  • Extinction Rebellion-Demonstranten in London.
  • Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Rebecca Speare-Cole

Klimaaktivisten: Schluss mit Festkleben – das planen sie jetzt

Kurs-Änderung! Bei den Klimaaktivist:innen hat es sich vorerst ausgeklebt und auch Autofahrer:innen können aufatmen – zumindest in Großbritannien. Während die britische Klimaschutzbewegung „Extinction Rebellion“ neue Protestformen ankündigt, wird bei den deutschen Kolleg:innen der „Letzten Generation“ wohl alles weitergehen wie immer.

Am Neujahrstag verkündete „Extinction Rebellion“ – in einer Mitteilung mit der Überschrift „We quit“ („Wir hören auf“) –, dass die durchaus umstrittenen Störaktionen wichtig gewesen seien, um aufzurütteln und systematisches Politikversagen im Angesicht der Klimakrise anzuprangern. Allerdings müssten „Taktiken laufend weiterentwickelt werden“. Deswegen wolle man ab jetzt verstärkt Druck auf verantwortliche Politiker:innen machen, indem die breite Masse der Gesellschaft für Formen des kollektiven Protests mobilisiert wird.

„Extinction Rebellion“: Keine Festklebe-Aktionen mehr

Konkret: Die Gruppe rief zum Protest vor dem britischen Parlament am 21. April auf. Dabei sollen mindestens 100.000 Menschen tagelang das House of Commons und das House of Lords im Londoner Westminster-Palast umzingeln – und so blockieren. Das Ziel: die politischen Entscheidungsträger:innen damit zum Handeln zu zwingen, so die Gruppe weiter. Den Kursschwenk bezeichneten die Aktivist:innen in ihrer Stellungnahme selbst als „kontroversen Beschluss“.

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Vorerst werden wohl in Großbritannien also keine Lebensmittel mehr auf Kunstwerken landen oder festgeklebte Aktivist:innen den Straßenverkehr blockieren. Bei der „Letzten Generation“ in Deutschland ist eine Kurs-Änderung hingegen wohl vorerst nicht geplant. So sagte Sprecherin Carla Rochel der MOPO: „Wir werden im Jahr 2023 den friedlichen Widerstand weiterführen. Wir werden auch im neuen Jahr Autobahnen blockieren, wir werden im Regierungsviertel stehen und die Verantwortlichen direkt konfrontieren, wir gehen in Konzertsäle, Fußballstadien, Museen, Parteizentralen und in alle Bereiche der Gesellschaft.“ Und weiter: „Wir sind auch weiterhin bereit, ins Gefängnis zu gehen.“ (alp)

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