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Der als „Ruhrbischof“ bekannte katholische Geistliche Franz Hengsbach im Jahr 1988.
  • Der als „Ruhrbischof“ bekannte katholische Geistliche Franz Hengsbach im Jahr 1988.
  • Foto: dpa

Kirche prüft Missbrauchsvorwurf gegen deutschen Kardinal (†81)

Es geht um „gravierende“ Anschuldigungen: Die katholische Kirche untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründungsbischof des Ruhrbistums und späteren Kardinal Franz Hengsbach (1910-1991). Das gaben das Bistum Essen und das Erzbistum Paderborn am Dienstag in parallel veröffentlichten Pressemitteilungen bekannt.

Hengsbach hatte das neue Bistum im größten deutschen Ballungsraum 1958 begründet und bis zu seinem Tod 1991 geleitet. Zuvor war er Weihbischof in Paderborn.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre Hengsbach der erste höchstrangige katholische Geistliche, dem eigener Missbrauch nachgewiesen wird. Das Bistum Essen nennt die Vorwürfe in der Mitteilung selbst „gravierend“. Weitere mögliche Betroffene sollten sich bei den unabhängigen Ansprechpartnern im Bistum melden, heißt es darin.

Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach

In einem Fall geht es um den mutmaßlichen Missbrauch einer 16-jährigen Jugendlichen im Jahr 1954 im Erzbistum Paderborn in Hengsbachs Zeit als Weihbischof. Einen zweiten Fall hatte eine betroffene Person, die anonym bleiben will, im Oktober 2022 im Bistum Essen angezeigt: Sie meldete einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff durch Bischof Hengsbach aus dem Jahr 1967.

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Der 1988 zum Kardinal erhobene Hengsbach war bis zu seinem Tod einer der bekanntesten Geistlichen Deutschlands. Er war unter anderem Mitgründer des bischöflichen Hilfswerkes Adveniat und über 17 Jahre deutscher Militärbischof. (dpa)

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