Polizisten kontrollieren einen Park
  • In ganz Deutschland gehen Polizisten gegen Open-Air-Partys vor, wie hier in Tübingen.
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„Aggressivität erschüttert“: Feiernde greifen Polizisten an

Der Sommer lockt, Corona schreckt weniger – entsprechend groß ist die Lust auf Nachtleben. Weil die Clubs überwiegend noch zu sind, wird vermehrt draußen gefeiert. Am Wochenende beendete die Polizei in Deutschland diverse Open-Air-Partys – und wurde dabei auch angegriffen.

Wie schon an den Wochenenden zuvor sind auch diesmal in mehreren deutschen Städten nächtliche Open-Air-Partys in Grünanlagen und auf Plätzen eskaliert. Die Polizei berichtete von Angriffen auf Ordnungskräfte vor allem in der Nacht zum Samstag. So wurden bei der Auflösung einer Feier am Aachener Weiher in Köln mit DJs und rund 1000 Teilnehmern zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt. „Die Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen des Ordnungsdienstes und der Polizei hat mich tief erschüttert“, sagte Andrea Blome, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Köln.

Open-Air-Partys: Gäste greifen Polizisten an

In Münster räumte die Polizei „wegen aggressiver Randalierer“ in der Nacht auf Samstag eine beliebte Wiese am Aasee. Nachdem zunächst Hunderte Besucher friedlich gefeiert hätten, sei die Situation im Laufe der Nacht eskaliert, teilte die Polizei mit. Bis zu 250 teils betrunkene Menschen hätten Böller gezündet, Plastik- und Glasflaschen auf Einsatzkräfte geworfen und die Aufforderung zum Verlassen des Geländes über Lautsprecherdurchsagen ignoriert. Nach der Räumung kam es laut Polizei zu Sachbeschädigungen an Blumenkübeln und Fahrrädern sowie Lärmbelästigungen.

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In Jena in Thüringen flogen bei Kontrollen im Paradiespark, wo etwa 2000 überwiegend junge Menschen feierten, ebenfalls Flaschen auf Mitarbeiter des Ordnungsamtes, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Ein Beamter sei verletzt und zwei Einsatzfahrzeuge beschädigt worden. „Die Bedrohungslage gegenüber den Beamten war massiv“, sagte ein Stadtsprecher. Letztlich behielten die Randalierer gar die Oberhand: Angesichts der Vielzahl der Feiernden hätten die in relativ geringer Zahl vertretenen Einsatzkräfte darauf verzichtet, die Runden mit Amtsgewalt aufzulösen, so der Sprecher.

Berlin: Polizeieinsätze wegen lauter Musik und Verstoß gegen Pandemie-Maßnahmen

Auch in der Hauptstadt riefen große Partys in mehreren Parks die Polizei auf den Plan. Anwohner waren vom Lärm genervt. Auch hier kam es mehrfach zu Randale. Im Berliner Mauerpark etwa, wo Hunderte Menschen feierten, seien Beamte angegriffen und mit Flaschen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Vordringlich sei es bei allen Einsätzen um zu laute Musik gegangen, hinzu kämen noch geltende Pandemie-Auflagen. Die Einsätze in den lauen Sommernächten seien zurzeit eine Herausforderung für die Polizei.

„Wir haben Verständnis für laue Sommerabende in einladenden Parks, aber nicht für laut und eng die Nacht durchfeiernde Gruppen, die Einsatzkräfte angreifen & mit Flaschen bewerfen, wenn die den Anwohnenden ihre berechtigte Ruhe verschaffen wollen“, twitterte die Berliner Polizei am Samstagabend.

Niedersachsen: Disko mit 670 Feiernden geräumt

Auch aus zahlreichen anderen Städten wurde von großen Partys vor allem in Parks berichtet, die aber größtenteils friedlich verliefen. Oft kam es allerdings zu Beschwerden wegen Ruhestörung, Musikanlagen wurden sichergestellt. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage weisen auf anhaltendes Partygeschehen hin: Auf 30 Grad und mehr werden die Temperaturen der Vorhersage nach steigen, auch nachts soll es dann um die 20 Grad warm bleiben.

Unterdessen laufen regional Versuche zur Wiedereröffnung der Clubs. In Melle in Niedersachsen wurde in der Nacht zum Sonntag allerdings eine Diskothek mit etwa 670 Feiernden geräumt: Das Corona-Hygienekonzept sei nicht umgesetzt, die festgelegten Maßnahmen nicht beachtet worden, hieß es von der Polizei. In Berlin sollte mit dem Pilotprojekt „Open Air“ am Sonntag im Club „Revier Südost“ getestet werden, wie in der Corona-Pandemie sicher unter freiem Himmel getanzt werden kann. Die 300 Teilnehmer mussten getestet, geimpft oder genesen sein, zudem war Maske tragen Pflicht auf der Tanzfläche. (vd/dpa)

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