Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
  • Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine.
  • Foto: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Ukrainian Presidential Press Off

Wieder Drohnenangriffe auf Kiew – Selenskyj: Russen haben Angst

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die russischen Drohnenattacken auf Städte seines Landes in der Neujahrsnacht mit scharfen Worten verurteilt. Das russische Militär startete daraufhin am Sonntagabend eine neue Angriffswelle mit sogenannten Kamikaze-Drohnen gegen Ziele in der Ukraine.

„Die russischen Terroristen waren bereits erbärmlich, und sind auch so ins neue Jahr gestartet“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Doch diese Angriffe könnten den Ukrainern nichts anhaben. „Unser Zusammengehörigkeitsgefühl, unsere Authentizität, das Leben selbst – all das steht so sehr im Kontrast zu der Angst, die in Russland vorherrscht.“

Selesnkyj: Russen haben „zu Recht Angst“

Das russische Militär habe spürbar Angst, behauptete Selenskyj. „Und sie haben zu Recht Angst, denn sie werden verlieren.“ Selbst mit Drohnen und Raketen kämen die russischen Militärs nicht weit. „Weil wir zusammenhalten.“ Die russische Seite dagegen werde nur von Angst zusammengehalten, argumentierte er.

Das russische Militär hatte in der Neujahrsnacht eine Welle sogenannter Kamikazedrohnen gegen ukrainische Städte losgeschickt. Die unter anderem auf die Hauptstadt Kiew und die ostukrainische Großstadt Charkiw zufliegenden Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion wurden nach Angaben aus Kiew von der ukrainischen Flugabwehr noch vor Erreichen ihrer Ziele abgeschossen. Die unbemannten Flugroboter sind meist mit Sprengladungen versehen und darauf ausgerichtet, ähnlich wie Raketen auf ihre Ziele hinabzustürzen. Insgesamt seien 45 Drohnen zerstört worden, teilte Selenskyj mit.

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In der Hauptstadt Kiew teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Montagmorgen mit, dass Energie-Infrastruktur bei den Angriffen beschädigt worden sei. Es gebe Stromausfälle in der Stadt, die sich auch auf die Wärmeversorgung auswirkten, sagte er. Die Wasserversorgung laufe aber normal. Klitschko teilte auch mit, dass nach einer Explosion in einem Stadtviertel ein 19-Jähriger verletzt im Krankenhaus behandelt werden musste. Dort war ein Haus bei einem russischen Angriff getroffen worden.

Russland greift seit Wochen mit Marschflugkörpern, Raketen und Drohnen gezielt das ukrainische Energienetz an. Die bisher angerichteten schweren Schäden haben zu massiven Ausfällen in der Wasser- und Stromversorgung geführt. Russland will mit dieser Taktik offenkundig die Zivilbevölkerung der Ukraine im Winter zermürben. (dpa)

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