Kohlekraftwerk Klimaschutz CO2
  • Klima-Sünder Kohlekraftwerk. (Archivbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Peter Byrne

CO2-Ausstoß so hoch wie vor Corona – welches Land am meisten produziert

Das war’s mit dem Umwelt-Schongang: Der globale Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas dürfte nach dem Rückgang 2020 durch die Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder annähernd das Vor-Krisen-Niveau erreichen. Wenn derzeitige Trends sich fortsetzen und auch Straßen- und Flugverkehr zum alten Niveau zurückkehren, könnte es im Jahr 2022 sogar einen neuen Höchstwert geben.

Dies geht aus der neuen Analyse des Forschungsverbundes „Global Carbon Project“ unter Leitung der Universitäten von Exeter in Großbritannien und Stanford in den USA hervor. Tatsächlich müsste der gesamte CO₂-Ausstoß aber jedes Jahr um 1,4 Milliarden Tonnen sinken, um das Ziel der Treibhausgas-Neutralität bis 2050 zu erreichen. Im Corona-Jahr waren es minus 1,9 Milliarden Tonnen. Von der Erreichung des Ziels sei die Welt nun aber weit entfernt.

Klima: CO₂-Emissionen auch durch Waldvernichtung

Um eine 50-prozentige Chance zu haben, den Anstieg der globalen Mitteltemperatur wie angestrebt auf 1,5 Grad über vorindustriellem Niveau zu begrenzen, dürften insgesamt künftig nur noch 420 Milliarden Tonnen CO₂ ausgestoßen werden. Dieses Budget wäre bei einem Ausstoß wie 2021 in etwa elf Jahren aufgebraucht.

Die fossilen CO₂-Emissionen dürften in diesem Jahr nach den Berechnungen bei 36,4 Milliarden Tonnen liegen. Das sind etwa 4,9 Prozent mehr als 2020 und es ist fast so viel wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019 (36,7 Milliarden Tonnen nach aktuellsten Zahlen). 2020 sei der Umfang durch den vorübergehenden Rückgang von Industrie, Flug- und anderem Verkehr um rund 5,4 Prozent gesunken. Dazu gibt es verschiedene Schätzungen. Die Weltwetterorganisation WMO spricht von 5,6 Prozent Rückgang.


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CO₂-Emissionen kommen außer aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas etwa auch aus der Waldvernichtung. Gleichzeitig nehmen Wälder aber viel CO₂ auf. Netto betragen diese CO2-Emissionen nur rund ein Zehntel der fossilen Emissionen.

Getrieben wurde der Anstieg fossiler Emissionen in diesem Jahr nach dem Bericht vor allem durch die wachsende Nutzung von Kohle in China. Auch in anderen Ländern, darunter Indien, werde der wachsende Energiebedarf weiter durch fossile Energie gedeckt. Dagegen setze sich der mehrjährige Trend mit sinkendem CO₂-Ausstoß in den USA und der EU fort. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei 2020 ungebrochen gewesen.

Das meiste Treibhausgas erzeugt China

Die Entwicklung bei den vier größten Treibhausgas-Verursachern im Vergleich zu 2019: Berechnet nach den vorläufigen Daten bis Ende Oktober, steigen die fossilen Emissionen in China und Indien in diesem Jahr. In den USA und der EU sinken sie. Beim größten Treibhausgasverursacher China dürften es plus 5,5 Prozent gegenüber 2019 sein.

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In Indien, dem viertgrößten Verursacher, plus 4,4 Prozent. In den USA wird minus 3,7 Prozent gegenüber 2019 erwartet, in der EU minus 4,2 Prozent. In Deutschland lagen die Emissionen 2020 nach diesem Bericht 9,7 Prozent unter denen von 2019. Eine einzelne Prognose für den deutschen Anstieg 2021 gibt es nicht. (alp/dpa)

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