Blutkonserven werden dringend gebraucht. Doch kann durch sie möglicherweise das Corona-Virus übertragen werden?
  • Diesen Sommer gingen bis 15 Prozent weniger Blutspenden ein als normalerweise (Symbolbild).

Kann Corona durch Blutspenden übertragen werden?

Am Weltblutspendertag ruft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dazu auf, zur Blutspende zu gehen. Doch in Pandemiezeiten gibt es dazu einige Fragen: Kann ich das Virus mit meinem Blut übertragen? Bin ich immun, wenn ich eine Blutspende von einem Genesenen erhalte? Und wie muss ich mich nach einer Impfung verhalten? Ein Überblick.

Das DRK freut sich darüber, dass die Bereitschaft zum Blutspenden in der Pandemie gestiegen ist. Vor allem hätten sich auffallend viele junge Menschen zu einer Spende bereit erklärt. Ein Sprecher der DRK-Blutspendedienste sagte, nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr mit viel Verunsicherung habe es eine Welle der Solidarität gegeben. Gerade in dieser Zeit hätten sich viele junge Erstspender gemeldet.

Im Sommer sei das Aufkommen eher knapp geworden. Während weniger Menschen wegen Urlauben etwa in Malaria-Risikogebieten von Spenden ausgenommen waren, hinderten etwa Quarantänepflichten auf der anderen Seite den ein oder anderen Spender. Das laufende Jahr sei bisher „sehr zufriedenstellend angelaufen“, sagte der Sprecher. Genaue Zahlen auch zu Daten von Kliniken und privaten Anbietern für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor.

Nach Covid-19-Erkrankung darf man vier Wochen kein Blut spenden

Doch gibt es sowohl bei Spendern als auch bei Empfängern von Blutkonserven in Corona-Zeiten ein paar Bedenken. Zumindest gibt es nach Angaben von RKI, Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und BZgA keinen Hinweis darauf, „dass Sars-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird“. Hygienekonzepte in den Blutspendeeinrichtungen stellten zudem sicher, dass für Spenderinnen und Spender kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung besteht. Auch für eine Übertragung durch Stechmücken gibt es laut BZgA keine Hinweise. Aufgrund dieser Erkenntnisse untersucht man Blutkonserven nach Angaben des DRK auch nicht auf das Virus.

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Dennoch sollten Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, mindestens vier Wochen nach ihrer Ausheilung verstreichen lassen, bevor sie zum Blutspenden gehen. Auch Spendewillige mit den Symptomen Halskratzen, Schüttelfrost, Husten oder Kurzatmigkeit sowie einer Körpertemperatur von mehr als 38 Grad werden nicht zur Spende zulassen. Ähnliche Regeln gelten nach dem Aufenthalt in einem der offiziellen Corona-Risikogebiete.

Wie muss ich mich nach einer Corona-Impfung verhalten?

Wer außerdem innerhalb von 14 Tagen nach seiner Blutspende oben genannte Symptome bemerkt oder positiv auf Corona getestet wird, soll sich unverzüglich bei der kostenfreien Hotline des DRK unter (0800) 11 949 11 melden oder über ein Nachrichtenformular im Internet melden.

Was leider nicht möglich ist: Dass der Spender den Empfänger mit seinem Blut gegen Corona immunisiert. „Bei standardmäßig hergestellten Blutkomponenten ist von keiner relevanten Antikörper-Konzentration auszugehen“, erklärt eine PEI-Sprecherin.

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Eine Corona-Impfung ist nach DRK-Angaben übrigens kein Grund, nicht zu spenden. Wichtig ist, dass man sich gesund fühlt und keine Nebenwirkungen der Impfung hat: „Bei Wohlbefinden können Sie am Folgetag der Impfung Blut spenden.“ (prei/dpa)

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