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  • Foto: US Army

#Iamvanessaguillen: Ein Hashtag, der die US-Armee zittern lässt

Texas –

Der Fall macht sprachlos: Die erst 20-jährige US-Soldatin Vanessa Guillen wurde offenbar von einem Soldaten sexuell missbraucht, mit einem Hammer erschlagen, zerstückelt und in einer Grube verscharrt. Ein barbarischer Mord, durch den nun etwas an die Oberfläche kommt, über das viel zu lange geschwiegen wurde: der offenbar systematische sexuelle Missbrauch von Soldatinnen in der US-Armee. Immer mehr Betroffene brechen nun auf Twitter unter „#Iamvanessaguillen“ ihr Schweigen. Wie schon bei der „#Metoo“-Bewegung hat wieder ein Hashtag das Potenzial, ein gewaltiges Beben auszulösen.

Am 22. April wurde Vanessa Guillen auf dem Parkplatz des dritten Kavallerieregiment in Fort Hood im US-Bundesstaat Texas zum letzten Mal gesehen. Nach der jungen Frau wurde fieberhaft gesucht, ihre Familie ahnte bereits Schlimmes, denn vor ihrem Verschwinden hatte Guillen ihrer Mutter, ihren Schwestern und anderen Soldaten davon berichtet, von ihrem Vorgesetzten missbraucht worden zu sein. Dies berichtet unter anderem das „Time“-Magazine.

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Nathalie Khawam, Anwältin von Guillens Familie sagte gegenüber der „Army Times“: „Vanessa hatte Angst davor, es zu melden, weil die sexuelle Belästigung von einem Vorgesetzten kam, daher hatte sie Angst vor Rache.“ Die Anwältin geht davon aus, dass der gleiche Mann auch der Mörder von Guillen ist.

Soldatin wurde von Vorgesetztem sexuell belästigt

Wie mehrere US-Medien berichteten, wurden Anfang Juli nun in der Nähe der Militärbasis menschliche Leichenteile gefunden, die in Erdlöchern verschart worden waren. Höchstwahrscheinlich sind es die sterblichen Überreste von Guillen, eine offizielle Bestätigung steht noch aus. In dem Fall wurden bereits zwei Tatverdächtige festgenommen.

Besonders dramatisch: Als die Polizei den Hauptverdächtigen, Offizier Aaron David Robinson stellte, soll sich der Mann erschossen haben. Seine mutmaßliche Komplizin soll ihm bei der bestialischen Tat geholfen und mit ihm die Leiche mit einer Art Machete zerstückelt haben.

Nach Vanessa Guillens Tod explodiert das Netz

Nach dem Bekanntwerden des grausamen Falls aus Texas meldeten sich immer mehr junge Soldatinnen auf Twitter zu Wort – und berichteteten von sexuellen Übergriffen innerhalb der Armee. So schreibt eine Frau: „Ich diente als Mechanikerin. Zwei Männer haben mich sexuell belästigt, und sie tragen noch heute ihre Uniform“, schrieb eine Frau. Viele traurige Geständnisse wurden mit dem Hashtag “IamvanessaGuillen“ (dt. „Ich bin Vanessa Guillen“) versehen.

Sexuelle Übergrifffe in der Armee sind schon lange ein Thema – das bisher jedoch kaum öffentliches Gehör fand. Laut einer Studie des amerikanischen Verteidigungsministeriums hat die Army 2019 knapp sechs Fälle sexuellen Missbrauchs pro 1000 Soldaten gemeldet. Laut der Studie sind die Fälle sexueller Übergriffe seit 2016 sogar gestiegen.

Die Debatte dürfte durch den aktuellen Hashtag noch befeuert werden.

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