Goodbye Robert – Habecks Erklärfetisch wird fehlen
Über das Wärmepumpen-Gesetz kann man sich aufregen, Robert Habecks Auftreten als selbstverliebt kritisieren, aber der Ex-Grünen-Chef machte über Parteigrenzen hinaus Politik. Einer, dem es trotz seiner vielen Social-Media-Videos im Kern eben nicht um Selbstinszenierung ging, wie beispielsweise Intimfeind Markus Söder (CSU), dem Habeck in der „taz“ „fetischhaftes Wurstgefresse“ vorwarf.
Vor einigen Monaten war der ehemalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) in der MOPO-Redaktion. Damals erzählte er, wie Habeck das Land im Jahr 2022 nach dem Gaslieferungsstopp aus Russland vor einem Kältewinter bewahrte. Er berichtete, wie der Ex-Wirtschaftsminister den Flüssiggas-Deal mit Katar einfädelte – gegen jede grüne Überzeugung, milieuübergreifend und pragmatisch. Wenn Habeck das nicht geschafft hätte, die Folgen wären dramatisch gewesen, so Schmidt.
Habeck fetischhafte Politik-Erklärerei wird fehlen
Und nun scheidet der 55-Jährige am 1. September aus dem Bundestag aus (S. 102). Das ist bitter. Er könne dort nicht mehr leisten, was er wolle, sagte Habeck bei Markus Lanz. Man kann das konsequent nennen, würde er dabei nicht wie ein Mann wirken, der die Wahlniederlage schlicht nicht verknusen kann.
Das könnte Sie auch interessieren: Knieper und Grog statt Wurst und Bier: Das sollte Söder heute auf Helgoland probieren
Habecks fetischhafte Politik-Erklärerei wird fehlen. Einer, der lieber sagte, was er da tut, als von den Problemen abzulenken. Klartext statt verschleiern. Nahbar statt blasiert. Wir bräuchten mehr Habecks statt weniger.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.