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17-Jähriger stirbt an Treibgasen: Tödliche Gefahr aus der Deo-Sprühdose

Mackay –

Dass ihr Sohn einen hohen Verbrauch an Deosprays hat, war für Di Kendrick (48) kein Grund sich Sorgen zu machen. „Eine Dose Deo ist für Teenager genauso gut wie eine Dusche“, dachte sich die sechsfache Mutter aus Mackay in Australien. Bis sie den damals 17-Jährigen tot im Bett fand: Er war seiner Sucht nach Schnüffelstoffen zum Opfer gefallen.

Ihren Sohn Nicholas beschreibt Kendrick in der britischen Tageszeitung „Sun“ als fröhlichen Spaßvogel, der nur gelegentlich Stimmungsschwankungen an den Tag legte und plötzlich gereizt war. „Welcher Teenager hat das nicht“, dachte sich die Mutter.

Auch als Nicholas‘ Schwester unter seinem Bett Unmengen an leeren Deospraydosen fand, schrillten bei der Frau keine Alarmglocken. Der Vater, von dem sie getrennt lebte, arbeitete bei einem Kosmetikartikel-Hersteller und kam gratis an Nachschub.

Schnüffeln: Treibgase aus Sprühdosen werden als Droge missbraucht

Dass die Körperpflegemittel auch als Droge genutzt werden, vor allem von Jugendlichen, wusste Kendrick nicht. Ähnlich wie Lösungsmittel können auch die Treibgase in diesen Sprays eine berauschende, zum Teil sogar halluzinogene Wirkung haben, wenn sie eingeatmet werden. Diese Art des Substanzmissbrauchs ist als „Schnüffeln“ bekannt.

Schnüffelsucht: Anzeichen sind Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen

Die möglichen Folgen: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, später auch Schäden an Hirn, Lunge, Leber und anderen Organen. Nicholas hatte die Aerosole aus den Deodosen offenbar schon jahrelang missbraucht.

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„Mama, ich lege mich noch mal kurz hin“, hatte der Teenager gesagt, als er eines Nachmittags allein mit seiner Mutter zu Hause war. „Wenn du nicht rechtzeitig zum Abendessen aufgestanden bist, hole ich dich“, gab Kendrick ihm mit auf den Weg. Sie wusste nicht, dass sie ihren Sohn zum letzten Mal lebend sehen würde.

Als ihr neuer Partner Glen nach Hause kam und Nicholas immer noch aufgetaucht war, ging sie in sein Zimmer, um ihn aufzuwecken. Der 17-Jährige lag mit dem Rücken zu ihr auf dem Bett und regte sich nicht.

„Wach auf“, rief Kendrick ihm zu. Er reagierte nicht. Die Mutter kratzte dem Jungen am Fuß – ebenfalls keine Reaktion.

Mutter findet Sohn tot auf dem Bett – daneben zwei Spraydosen

Als sie bemerkte, dass sich seine Haut kalt anfühlte, wurde sie panisch. Sie drehte Nicholas auf den Rücken, sah sein blau angelaufenen Gesicht – und zwei Spraydosen auf dem Bett.

„Als ich das Gesicht meines Sohnes sah, wusste ich, dass er tot war“, erzählt sie der „Sun“. „Es war blau, leblos.“

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Kendrick begann zu schreien: „Es klang wie das Heulen eines sterbenden Tieres“, erinnert sie sich. Ihr Partner rannte herbei, wählte den Notarzt, versuchte ihn wiederzubeleben – vergebens.

Tod aus der Spraydose: Deo-Treibgase verursachen schwere Gesundheits-Schäden

„Ich bin eine gebrochene Frau“, sagt die Mutter heute, vier Jahre nach dem Tod ihres Sohnes. Nun will sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um auf die Gefahren des Schnüffelns von Treibgasen aufmerksam zu machen. Damit anderen Eltern dieser Schmerz erspart bleibt.

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