Ein Roboterarm gießt bei einem Versuchsaufbau am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Wasser in einen Becher.
  • Ein Roboterarm gießt bei einem Versuchsaufbau am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Wasser in einen Becher.
  • Foto: Sina Schuldt/dpa

Wissenschaft: Roboter bald an jedem Bett? „Dritter Arm“ für die Pflege entwickelt

Roboterarme, die alte Menschen in einen Rollstuhl heben können oder Getränke einschenken und zum Mund führen, solche Art der Unterstützung gibt es in der Pflegebranche bislang kaum. Ein Forscherteam aus Bremen und Niedersachsen will das ändern und sieht in Roboterarmen große Chancen.

Die Forscher aus Bremen, Oldenburg und Osnabrück entwickeln gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe, Robotiksysteme für Pflegebetten, wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen mitteilte. Die Bremer Forscher konzentrieren sich dabei auf einen als Medizinprodukt zugelassenen Roboterarm, der als eine Art dritte Hand verwendet werden kann. Das Gerät mit drei „Fingern“ wird auf einem Beistelltisch installiert und kann vom Bett aus etwa über einen Joystick gesteuert werden. So können sich Patientinnen und Patienten Getränke eingießen oder Dinge vom Nachttisch holen. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Steuerung des Arms so zu verfeinern, dass er für Pflegebedürftige einfach bedienbar ist.

Wissenschaft: Roboterarme für die Pflege entwickelt

Künstlicher Arm

Felix Goldau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, arbeitet am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz an einem Roboterarm mithilfe dessen Patienten mit körperlichen Beeinträchtigungen eigenständiger agieren können. 

Foto:

Sina Schuldt/dpa

Auch beim Umsetzen von Menschen etwa vom Bett in den Rollstuhl könnten robotische Systeme helfen. Dafür arbeiten die Forscher der Uni Oldenburg an einem zweiten Roboterarm, der das Pflegepersonal etwa bei körperlich herausfordernden Umlagerungen entlasten soll. Dieser Arm ist für die Zusammenarbeit mit Menschen zugelassen.

Roboterarme gibt es bislang vor allem in der Industrie

Roboterarme, wie sie in dem Projekt benutzt werden, gibt es den Forschern zufolge bislang nicht in der Pflege, sondern vor allem in der Industrie. 

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Serge Autexier vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sitzt neben einem Roboterarm, mithilfe dessen Patienten mit körperlichen Beeinträchtigungen eigenständiger agieren können.

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Sina Schuldt/dpa

Eine Hürde für den Einsatz in der Pflege: „Die Technik-Akzeptanz ist ein ganz großes Feld, ein ganz großes Problem“, sagte Daniel Dorniok von der Universität Oldenburg. „Es bringt nichts, wenn wir technisch etwas erfinden, was auch gut funktioniert, aber niemand es einsetzt, weil die Akzeptanz fehlt.“ Um herauszufinden, wie Robotersysteme für die Pflege gestaltet sein müssten, befragen die Wissenschaftler Pflegekräfte und Gepflegte. Da die Roboterarme auf viele Menschen abschreckend wirken, brauche es viel Information und Anleitung.

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Zum Abschluss des Projektes im Jahr 2023 wollen die Wissenschaftler einen Demonstrator aufbauen, der zeigt, wie robotische Systeme mit künstlicher Intelligenz in der Pflege eingesetzt werden könnten. Dass bald an jedem Pflegebett Roboterarme stehen, ist mit Blick auf die Preise unrealistisch. Den Forschern zufolge kostet der kleine Roboterarm mindestens 17.000 Euro, der große je nach Ausstattung zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Aber: „Die Preise, die wir jetzt im Forschungskontext für dieses Thema aufrufen, die sind absolut nicht vergleichbar mit den Preisen, die dann irgendwann am Markt sind“, so Wissenschaftler Niels Will. Das Bundesforschungsministerium fördert das dreijährige Projekt mit dem Namen Adamekor mit rund 1,8 Millionen Euro. (dpa/mp)

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