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Wegen Corona : Freiwilliger Feuerwehr droht Nachwuchs-Problem

Schleswig-Flensburg –

Die Corona-Auflagen sind sinnvoll und dienen unserem Schutz, doch sie behindern auch wichtige Abläufe und Prozesse. Nach Angaben vom NDR geht der Freiwilligen Feuerwehr in Treia (FFT) im Kreis Schleswig-Flensburg deswegen nun der Nachwuchs aus, da die Lehrgänge aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden können. 

Die Freiwillige Feuerwehr lebt davon, dass jeder alles kann! „Das Problem ist, dass wir momentan wenig bis gar nicht üben dürfen“, so Stephan Peltzer von der FFT, denn alles können kommt gewiss nicht von ungefähr und muss regelmäßig geübt werden. Besonders wichtig, weil viele der 60 Mitglieder auch auswärts arbeiten und so nicht bei jedem Einsatz dabei sein können.

Freiwillige Feuerwehr: Fehlender Nachwuchs durch Corona-Auflagen

Durch den zweiten Lockdown und die verschärften Corona-Auflagen ist dies jedoch nicht mehr möglich und es könne auch kein Nachwuchs mehr ausgebildet werden. „Wir haben diese Einschränkungen jetzt seit mehr oder weniger acht Monaten“, und den einen oder anderen Kollegen habe Peltzer seit „längerer Zeit nicht mehr ausreichend gesehen!“. Dabei bleibt auch das Zwischenmenschliche auf der Strecke, denn „im Einsatz können wir nicht jeden fragen, wie es ihm heute geht.“

Risiko: Eine Corona-Infektion kann die komplette Wehr lahmlegen

Auch der zuständigen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) ist das Problem durchaus bewusst. „Wenn sich die Zeit noch länger hinziehen sollte, müssen wir uns natürlich Gedanken machen, ob man in kleinen Wehren das Üben erlauben kann“, sagt sie und wägt ab :„Wir müssen aber auch sehen, dass, wenn es eine Infektion in einer Wehr gibt, diese ausfällt!“

Stephan Pelzer würde eine Regelung sinnvoll finden, die sich nach den Fallzahlen richtet. So könnten die Übungen bei niedrigen Fallzahlen dennoch stattfinden.

Freiwillige Feuerwehr: Lösungen müssen her

Die Freiwillige Feuerwehr braucht dringend Lösungen, gerade wenn es um die Ausbildung von Nachwuchs geht. Momentan warten sieben Nachwuchsmitglieder auf ihre Lehrgänge, die bisher ausfallen mussten und ohne die sie nicht in den Einsatz dürfen.

Stephan Peltzer erzählt, dass Lehrgangskapazitäten vor dem zweiten Lockdown um etwa die Hälfte reduziert wurden, „man hat nicht mehr 20 Lehrgangsteilnehmer gehabt, sondern nur zehn“, man habe also zehn rausschmeißen müssen, um den Lehrgang überhaupt durchführen zu können.

Freiwillige Feuerwehr soll digitaler werden

Gerne würde er, nach dem Vorbild von Unis und Schulen, den theoretischen Teil als E-Learning stattfinden lassen, mittels Videos. So könnte jeder, von zu Hause aus oder in kleinen Gruppen, auf der Wache zum Beispiel die Grundlagen des Digitalfunks erlernen. Kein leichter Schritt, denn bisher war die Ausbildung alles andere als digital. Und natürlich sei das E-Learning kein Ersatz für den praktischen Teil der Lehrgänge.

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Innenministerin Sütterlin-Waack ist dieser Idee gegenüber aufgeschlossen: „Man muss sich so ein Konzept ganz genau angucken. Aber wenn es um einen reinen Theorie-Teil der Ausbildung geht, würde ich sagen, das sollte man auf jeden Fall mal wohlwollend prüfen.“ Stephan Peltzer hofft, dass jetzt zügig solche Konzepte in der Feuerwehrschule Harrisslee erarbeitet werden. (mp)

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