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Der 28 Meter lange und fast 4.000 PS starke Seenotrettungskreuzer "Nis Randers" wird bei einer Einsatzübung auf der Ostsee vor der Halbinsel Fischland-Darf-Zingst von Touristen auf der Seebrücke beobachtet.
  • Am Tag der Seenotretter demonstrieren die Seenotretter ihre Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit.
  • Foto: Jens Büttner/dpa

„Schutzengel der Meere“: Tag der Seenotretter im ganzen Norden

Bei jedem Wetter, rund um die Uhr: Seenotretter:innen bringen sich in Gefahr, um das Leben anderer auf See zu retten. Am Wochenende geben die Einsatzkräfte einen Einblick in ihre Arbeit.

Rund 1000 Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rücken bei Seenot aus – unter ihnen immer mehr Frauen. „Unter unseren rund 800 Freiwilligen an Nord- und Ostsee gibt es heute rund 80 Frauen in allen Funktionen an Bord, auch viele Bootsführerinnen”, teilte Christian Stipeldey, Sprecher derDGzRS mit Sitz in Bremen, mit. „Langsam, aber stetig nimmt die Zahl von Frauen in unseren Reihen immer weiter zu.”

Nordsee: Erste Rettungsstation vor rund 160 Jahren

Schon wenige Jahre nach Gründung der ersten Rettungsstationen auf den Ostfriesischen Inseln vor rund 160 Jahren sei im Jahrbuch vermerkt, dass auf Baltrum und Langeoog Frauen im Einsatz auf hoher See seien. Ähnliches sei von der kleinen Insel Greifswalder Oie östlich von Rügen überliefert. „Ganz selbstverständlich gehörten Frauen zur Besatzung des Ruderrettungsbootes”, sagte Stipeldey.

Statt mit einem Ruderboot rücken die Einsatzkräfte heutzutage mit 40 Seenotrettungsbooten und 20 Seenotrettungskreuzern zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten aus. Viele der Schiffe sind am Wochenende zum Tag der Seenotretter zu besichtigen.

In einem Simulator üben Seenotretter die Suche und Rettung von vermissten Personen auf See. (Archivbild) picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich
Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sitzen während einer Übung in einem Simulator.
In einem Simulator üben Seenotretter die Suche und Rettung von vermissten Personen auf See. (Archivbild)

Der Tag der Seenotretter findet zum 25. Mal am letzten Sonntag im Juli statt und dient der Demonstration von Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der „Schutzengel der Meere”. Die DGzRS zeigt Rettungsübungen, präsentiert ihre Schiffe und nimmt Förderer mit auf See.

Am diesjährigen Tag der Seenotretter nehmen 47 DGzRS-Stationen teil. Schon am Sonnabend soll das Programm losgehen: Auf der Insel Hiddensee in Mecklenburg-Vorpommern können Interessierte beispielsweise den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers” besichtigen – ein 28 Meter langes Schiff samt Tochterboot „Uwe”, das seit August 2021 für den Darß im Einsatz ist.

Ein Gefühl für den Ernstfall sollen Besucherinnen und Besucher am Sonntag in Schleswig-Holstein an der Station Gelting im Kreis Schleswig-Flensburg mit einem Seenotrettungssimulator bekommen. In Büsum im Kreis Dithmarschen soll ein Mensch vor Publikum aus dem Wasser geborgen werden.

Tag der Seenotrettung: Schiffe und Hubschrauber in Aktion

Auch der Einsatz aus der Luft wird nach Angaben der DGzRS gezeigt: Über Laboe im Kreis Plön, Grömitz im Kreis Ostholstein und dem Lübecker Stadtteil Travemünde kreist ein Hubschrauber für eine Übung. Auf der Insel Langeoog in Niedersachsen läuft ein Seenotrettungskreuzer und ein Boot vor der Südmole aus. Dort sollen sich Notarzt und Rettungssanitäter aus einem Hubschrauber abseilen und zeigen, wie sie einen Verunglückten im Notfall bergen.

Für die Seenotretterinnen und -retter ist das Alltag: Im vergangenen Jahr leisteten sie nach eigenen Angaben bei knapp 1900 Einsätzen auf Nord- und Ostsee 3300 Menschen Hilfe. Dabei retteten sie 91 Menschen aus lebensgefährlicher Seenot und befreiten 306 Menschen aus drohender Gefahr. 361-mal wurden erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert. 39 Schiffe oder Boote wurden vor dem Totalverlust bewahrt.

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Die DGzRS verfügt an 55 Stationen an Nord- und Ostsee über Seenotrettungskreuzer oder -boote. Bei der Rettung von Menschen in Seenot erfüllt die Organisation eine staatliche Aufgabe, sie ist aber ein spendenfinanzierter Verein. (dpa/ps)

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