Ein Tornado ist in Wassernähe in Kiel zu sehen
  • In Kiel hat ein Tornado am Mittwochabend mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und verletzt.
  • Foto: picture alliance/dpa | Philipp Brandl

Sieben Verletzte nach Tornado im Norden – weitere Stürme drohen

Schlimmer Unwetter-Unfall im Norden: Ein Tornado hat nach Angaben der Polizei am frühen Mittwochabend in Kiel mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten mit einem Großaufgebot aus. Auch am Donnerstag drohen Unwetter und Sturmböen.

Vier Menschen seien bei dem Ereignis an der Kiellinie schwer verletzt worden, teilte die Feuerwehr mit. Drei Menschen hätten zudem mittelschwere Verletzungen erlitten. Zudem habe es mehrere Leichtverletzte gegeben.

Mehrere Menschen seien auf einem Steg gewesen, um zwei Ruderboote zu sichern, berichtete die Feuerwehr weiter. „Sie sind vollständig durcheinander gewirbelt worden und dabei sind auch Leute ins Wasser gefallen.“ Einige hätten umherfliegende Gegenstände an den Kopf bekommen.

Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz an der Kieler Förde aus.

Windhose in Kiel: Menschen ins Wasser geschleudert – Dächer abgedeckt

Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, gab es am Abend mehrere Einsätze im gesamten Stadtgebiet. Demnach wurden im Neubaugebiet in Kiel-Meimersdorf mehrere Dächer abgedeckt. Durch die Windhose wurden in Kiel-Gaarden mehrere Dachziegel von Dächern gerissen.

„Auf Grundlage von Bildern gehen wir davon aus, dass es sich um einen Tornado handelte“, sagte Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Endgültig könne er es noch nicht sagen. Zuletzt Mitte August hatte ein Tornado schwere Schäden in Ostfriesland angerichtet. Weggerissene Hausgiebel, umgestürzte Fahrzeuge und zahllose Trümmerteile von Dächern und Zäunen zeugten davon, mit welcher Gewalt der Tornado über die Gemeinde Großheide gezogen war.

Der Norden wurde in der Nacht auf Donnerstag von einem Sturmtief heimgesucht. „Yogi 2“ wirbelte mit über 100 km/h an der Küste entlang. Im Kreis Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Segeberg rückte die Feuerwehr zu 15 Einsätzen aus. In Gudendorf im Kreis Dithmarschen und in Lentföhrden im Kreis Segeberg hätten Straßen und in Norderstedt habe eine Unterführung unter Wasser gestanden.

Einsätze rund um Hamburg: Weitere Unwetterwarnung für Donnerstag

Auch für Donnerstagvormittag gab der DWD eine Unwetterwarnung für die schleswig-holsteinische Nordseeküste heraus. Bis Donnerstagvormittag sind demzufolge an der Nordsee orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 110 Kilometer pro Stunde aus West bis Nordwest zu erwarten. In Nordfriesland und Dithmarschen sei zudem mit Starkregen zu rechnen. Im Binnenland und an der Ostsee soll es zu Sturmböen kommen. (mp/dpa)

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