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  • Ein geimpftes Kind (Symbolbild).
  • Foto: dpa

Praxis will nur noch geimpfte Kinder behandeln – dann eskaliert es

Es ist ein enormer Shitstorm, der da über eine Kinderarztpraxis in Wedel hereingebrochen ist. Tausende Kommentare gehen durch die sozialen Netzwerke und auch die Google-Rezensionen der Praxis werden mit negativen Bewertungen geflutet – und das alles, weil die Ärzte angekündigt hatten, nur noch geimpfte Kinder behandeln zu wollen.

Erst einmal entdeckt, verbreitete sich die Mitteilung der Praxis in einschlägigen Telegram-Gruppen und auf Social-Media-Plattformen wie ein Lauffeuer. „In Zukunft sind die Impfungen der Kinder, beginnend spätestens im 6. Lebensmonat, die Voraussetzung für die Behandlung in unserer Praxis und für die ärztliche Begleitung der Kinder und Jugendlichen“, hatten die Ärzte angekündigt.

Nur geimpfte Kinder behandeln: Nach Praxis-Ankündigung folgt der Shitstorm

Die Reaktion fiel so erwartbar wie heftig aus: Hasskommentare fluteten das Netz, auf Google wurden Hunderte negative Bewertungen für die Praxis abgegeben (mittlerweile sind diese wieder gelöscht worden) und laut „Hamburger Abendblatt“ folgten auch Telefonterror und massenweise E-Mails. 

Längst ist der Fall auch eine Sache für die Justiz geworden. Auf MOPO-Nachfrage bestätigt die Polizei, dass eine Anzeige gegen die Praxis wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung vorliegt. Gleichzeitig wurden die Beamten auf den Shitstorm und Drohungen aufmerksam, sodass auch in diese Richtung wegen übler Nachrede ermittelt wird. „Das wird eine ganze Weile dauern“, so eine Sprecherin zur MOPO. Schließlich muss erst einmal herausgefunden werden, wer hinter den Internetaccounts steckt. 

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Die Praxis war für die MOPO bisher nicht zu erreichen. Auf der Website wurde der Text mittlerweile gelöscht. Nun steht dort nur noch, dass man Impfungen für sinnvoll halte „um viele schwere Krankheiten mit möglichen bleibenden Schäden für die Gesundheit zu verhindern“.

Zuletzt hatte ein Fall in Österreich für Betroffenheit gesorgt, bei dem die Impf-Ärztin Lisa-Maria Kellermayr aus der Querdenker-Szene monatelang bedroht wurde. Aus Angst vor Übergriffen schloss sie ihre Praxis, mochte das Haus nicht mehr verlassen und verlor den Lebensmut. Sie wurde nach ihrem Suizid in ihrer Praxis gefunden. (fkm)

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