Die betroffene Haspa-Filiale in Norderstedt bei Hamburg.
  • Die betroffene Haspa-Filiale in Norderstedt bei Hamburg.
  • Foto: Danfoto

Hunderte Schließfächer aufgebrochen: So lief der große Bank-Coup

Es war einer der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahre: In Norderstedt bei Hamburg stiegen Gauner über eine Wohnung in die Haspa-Filiale ein, bohrten sich ihren Weg direkt in den Tresorraum und entkamen mit großer Beute. Nun ist klar, wie viele Schließfächer die Verbrecher aufbrachen.

„Die Spurensicherung hat uns gestern eine grobe Bestandsaufnahme des Zustands der Schließfächer ermöglicht“, sagte eine Haspa-Sprecherin am Dienstag zur MOPO. „Von den rund 1200 Fächern ist etwa die Hälfte betroffen.“ Bedeutet: Die Gauner brachen mehr als 600 Schließfächer unbemerkt auf. Passanten hatten den enormen Krach, den der Bohrer machte, für Baulärm gehalten.

Bei Hamburg: Gauner brachen Hunderte Schließfächer auf

Die Höhe des entstandenen Schadens bleibt hingegen weiter unklar. „Da können wir derzeit noch keine Angaben machen, dazu muss noch eine genauere Begutachtung durchgeführt werden“, teilte die Sprecherin weiter mit. Die Arbeit der Polizei werde noch eine längere Zeit andauern.

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Die Haspa wird eigenen Angaben nach nun alle Schließfachinhaber informieren. Ab Mittwoch können sich alle, die ein Schließfach bei der betroffenen Bank haben, erkundigen, ob sie Opfer des Diebstahls geworden sind. „Da die Filiale nach wie vor noch ein Tatort ist, bitten wir für Fragen hierzu nicht die Filiale zu besuchen“, so die Sprecherin. Die Filiale sei weiterhin von der Polizei noch nicht freigegeben worden. Die Haspa hat für Fragen eine Sondernummer geschaltet: Tel. 3579 1786.

Haspa-Einbruch: Polizei geht von zwei Tätern aus

Die Gauner – die Polizei geht von mindestens zwei Tätern aus – hatten mit einem Kernbohrer, an dem zur Kühlung ein Wasserschlauch angeschlossen war, ein Loch in die Betondecke des Tresorraums gebohrt. Dafür sollen sie eine leerstehende Wohnung genutzt haben, die sich direkt über der Bank befindet. Erst als die Verbrecher längst weg waren, hatte ein Haspa-Mitarbeiter bemerkt, dass Wasser aus dem Tresorraum läuft. Später müssen die Täter an den Tatort zurückgekehrt sein: In der leerstehenden Wohnung über der Filiale qualmten Reifen. Die Ermittler gehen von gezielter Brandstiftung aus, offenbar um Spuren zu verwischen.

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