Atomkraftwerk Brunsbüttel
  • Um weitere Fälle im Kernkraftwerk in Brunsbüttel auszuschließen, werden PCR-Tests durchgeführt.
  • Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Geschlossen! Corona legt ganzes Kernkraftwerk lahm

Trotz mutmaßlich strenger Hygiene- und Abstandsregeln hat sich das Coronavirus im Atomkraftwerk Brunsbüttel ausgebreitet. Mindestens 14 Mitarbeiter haben sich dabei infiziert. Das Kraftwerk bleibt nach ersten Angaben acht Tage geschlossen.

Der unbemerkte Ausbruch im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel hat den Betrieb fürs Erste lahmgelegt. Die Rückbauarbeiten mussten daher unterbrochen werden, so der Bertreiber-Konzern Vattenfall am Dienstag. Die „Kieler Nachrichten“ berichteten zuerst.

Die Kraftwerkleitung habe bereits am Donnerstagabend entschieden, das Kraftwerk temporär zu schließen. Zuvor sei bereits ein Mitarbeiter einer Fremdfirma positiv auf das Virus getestet worden. Ebenfalls trotz eigentlich strenger Hygiene- und Abstandsregelungen. Am selben Tag wurden ebenfalls drei interne Fälle festgestellt.

Weitere PCR-Tests im Atomkraftwerk Brunsbüttel

„Seit Freitag wurden umfangreiche PCR-Tests mit allen bekannten Kontaktpersonen durchgeführt, bei denen elf weitere Fälle identifiziert werden konnten“, hieß es in der Mitteilung. Um weitere Infektionen zu vermeiden, wurde die Schließung der Anlage bis Freitag, den 23. Juli verlängert.

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Bis dahin ist der Zutritt zum Kraftwerk nur dem atomrechtlich erforderlichem Personal gestattet. Es würden „weitere umfangreiche PCR-Tests durchgeführt, das Hygienekonzept überprüft und die kontrollierte Wiederaufnahme der Arbeiten in der nächsten Woche geplant werden. Wir wollen rund 520 Testungen durchführen. Momentan sind rund 120 eigene Mitarbeiter und rund 400 Mitarbeiter von Fremdfirmen in Brunsbüttel beschäftigt“, sagte Sprecherin Sandra Kühberger den „Kieler Nachrichten“.

Dennoch sei die Sicherheit des Kraftwerks gewährleistet, wie das Umweltministerium mitteilte. Bereits im Dezember 2018 hatte das Land Schleswig-Holstein die Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau erteilt. 2011 wurde dem Atomkraftwerk Brunsbüttel die Berechtigung zum Leistungsbetrieb entzogen. In dem Kraftwerk haben sich keine Brennstoffe mehr befunden. (jd)

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