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Eine Möwe pickt eine Verpackung Mayonnaise auf einer Bank an der Binnenalster auf.
  • Vielerorts im Norden ist Vorsicht geboten – sonst schnappen sich Möwen Fritten, Fischbrötchen und Co.
  • Foto: dpa | Marcus Brandt

Plagegeister Möwen: An der Küste gilt vielerorts ein Fütterungsverbot

Sie gehören zum Norden wie die Wellen von Ost- und Nordsee: die Möwen. Doch einige Arten werden zunehmend zu Plage. Jetzt gilt vielerorts ein Fütterungsverbot.

Wer an der Ostsee mit einem Eis oder Fischbrötchen in der Hand über die Strandpromenade schlendert, sollte seine Augen nicht nur auf die Leckereien richten. Auch Möwen wissen beides zu schätzen und haben sich zu wahren Meisterdieben entwickelt. Vor allem die Population der Silbermöwen („Larus argentatus“) habe in den letzten Jahren stark zugenommen, hieß es aus der Rostocker Stadtverwaltung. 

Warnemünde: Wer Möwen füttert, muss mit Bußgeld rechnen

Dies sei auch auf das reichliche Nahrungsangebot durch Abfälle zurückzuführen, wozu Fischereiabfälle im Hafen, Müllkippen und Kläranlagen zählten. Möwen sollen und dürfen nicht gefüttert werden – wer es in dem zu Rostock gehörenden Ostseebad Warnemünde dennoch tut, muss mit Bußgeldern rechnen.

2023 seien durch den Allgemeinen Ordnungsdienst sechs Ordnungswidrigkeiten zum Möwenfütterungsverbot bei der Bußgeldstelle angezeigt worden. Nach Bewertung des Einzelfalls ergingen entweder Verwarnungsgelder in Höhe von 55 Euro oder Bußgelder in Höhe von 75 Euro zuzüglich Gebühren von 25 Euro und Auslagen von 3,50 Euro.

Stralsund: 5000 Euro Strafe fürs Möwenfüttern

Auch die Hansestadt Stralsund versteht beim Möwenfüttern wenig Spaß. Seit Januar 2021 ist die „Stralsunder Möwenfütterungsverbotsverordnung“ in Kraft. Danach ist es verboten, im gesamten Altstadtgebiet inklusive Hafen und Nordmole sowie Sundpromenade und Strandbad Möwen zu füttern. „Wer es trotzdem tut, kann mit einer Geldbuße bis 5000 Euro belangt werden“, warnte ein Stadtsprecher.

Wie in Warnemünde stellen die Silbermöwen auch in Stralsund den größten Teil der Möwenpopulation. Sie halten sich ganzjährig im Stadtgebiet auf und gründeten auf mehreren Flachdächern Brutkolonien. Es gebe zwar keine Statistik von Möwen-Angriffen. „Bekannt ist, dass neben Fischbrötchen auch Pommes und Eis zum Ziel der Möwen gehören“, sagte der Sprecher. 

Auch in Wismar gilt ein Möwenfütterungsverbot

In der Hansestadt Wismar erließ die Stadtverordnung zum 1. August 2019 ein Möwenfütterungsverbot für den Bereich des Alten Hafens. Als Füttern gelte auch das Auslegen oder Anbieten von Futter- und Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß von Möwen aufgenommen werden, heißt es in der Vorgabe. 

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Von Auslegen oder Anbieten kann allerdings keine Rede sein, wenn die Möwen selbst im Flug das Fischbrötchen ergattern. In Rostock verweist man auf Verhaltenstipps für Touristen. Laut einer britischen Studie näherten sich Möwen Futter weniger schnell, wenn sie von Menschen beobachtet beziehungsweise direkt angestarrt werden. „Daher sollte man beim Essen immer seinen Blick schweifen lassen und einzelne Möwen fixieren“, lautet der Ratschlag. (dpa)

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