Strandhafer auf Norderney
  • Mit rund 300.000 Strandhafer-Pflanzen wird eine Schutzdüne auf Norderney verstärkt. Die Pflanze verhindert das Wegwehen des Sandes.
  • Foto: picture alliance/dpa | Volker Bartels

„Wind-Bremse“: 300.000 Pflanzen sollen diese Nordsee-Insel schützen

Mit Pflanzen gegen die Kräfte der Natur: Um eine Schutzdüne auf der ostfriesischen Insel Norderney langfristig zu sichern, werden dort derzeit rund 300.000 Strandhafer-Pflanzen eingesetzt. Als „Wind-Bremse“.

„Der Sand kann sonst durch Wind weggeblasen werden und zu einer Schwächung der Düne als Küstenschutzelement führen“, erklärte Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Durch eine dichte Bepflanzung bremsen die Halme der Pflanzen den Wind. „Das ist eine Art natürliche Wind-Bremse“, sagte Thorenz. Etwa zehn Pflanzen kommen auf einen Quadratmeter. Insgesamt werden so drei Hektar bepflanzt.

Strandhafer als „Wind-Bremse“: So wird auf Norderney eine Schutzdüne gesichert

97 Kilometer Dünen gibt es insgesamt auf den sieben bewohnen ostfriesischen Inseln. Vor allem an den Nordseiten dieser Inseln übernehmen sie oberhalb der Sandstrände die Schutzfunktion der Deiche aus dem Süden – gemeinsam bilden sie eine Schutzring um die Siedlungsgebiete.


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Die Anpflanzungen an der Norderneyer Düne sind notwendig, da sie laut NLWKN mit ihren Kuppen und Senken insgesamt nicht hoch und breit genug war, um das Inselinnere langfristig sicher vor Sturmfluten zu schützen.

Daher wurde Sand von dem vorliegenden Strand entnommen und damit die Düne auf eine Tiefe von mindestens 20 und eine Höhe von 7,50 Meter verstärkt. „Dann können wir sicher davon ausgehen, dass die Düne auch bei Sturmfluten ihre Küstenschutzfunktion vollständig erfüllt und sich optimal in das Landschaftsbild einfügt“, sagte Frank Thorenz.

Norderney: 300.000 Pflanzen verstärken Schutzdüne

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten an der Düne folgt nun die Bepflanzung mit baltischem Strandhafer – diese Art baut der NLWKN auf einem eigenen Acker auf Norderney an. Das setzen der 300.000 Pflanzen ist mühsame Handarbeit und wird voraussichtlich noch bis zum kommenden Jahr andauern.

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Bei der Norderneyer Düne könne gut mit natürlichen Baustoffen, wie dem vorhandenen Sand und den Pflanzen gearbeitet werden. „Das ist eine Standard-Technik, die wir schon sehr lange an sandigen Küsten einsetzen.“

Eingriffe in die Natur würden dabei möglichst vermieden und wertvolle Biotope bei der Planung umgangen. Ähnliche Dünenverstärkungen gab es zuletzt etwa auch an der Domäne Bill auf Juist und am Pirolatal auf Langeoog. (mp/dpa)

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