Polizeifahrzeug mit Blaulicht und LED-Laufschrift "Unfall"
  • Vollsperrung der A7 nach einem Unfall in Höhe des Rastplatzes Bönningstedt (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance / Holger Hollemann/dpa | Holger Hollemann

Tödlicher Unfall: Polizei ermittelt gegen Kollegen

In den frühen Morgenstunden kurz vor Weihnachten läuft ein Mann auf die Autobahn, prallt mit einem Fahrzeug zusammen und stirbt. Was zunächst nach einem traurigen Routinefall klingt, beschäftigt nun die Polizei in eigener Sache.

Nachdem ein Mann kurz vor Weihnachten auf der A30 tödlich verunglückte, ermittelt nun die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim gegen die eigenen Kollegen aus Melle.

Wie der NDR berichtete, war der 30-Jährige frühmorgens auf die Autobahn gelaufen und wurde von wurde von einem Fahrzeug erfasst. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Die Fahrzeuginsassen blieben unverletzt, erlitten jedoch einen Schock. Die Autobahn wurde daraufhin für mehrere Stunden gesperrt.

Der Verstorbene wurde kurz zuvor aus dem Gewahrsam entlassen

Da sich zunächst nicht klären ließ, warum der Mann so unvermittelt auf die Fahrbahn lief, ordnete die Staatsanwaltschaft Osnabrück an, das Blut des Verstorbenen zu untersuchen. Dem NDR zufolge liegen die Ergebnisse nun vor, und sie werfen Fragen auf: Zum Unfallzeitpunkt war der Mann mit 2,4 Promille offenbar stark alkoholisiert.

Auch war er nur 35 Minuten zuvor aus dem Polizeigewahrsam des Kommissariats Melle entlassen worden. Die gab an, dass der 30-Jährige in der Nacht mehrfach durch seine Trunkenheit auffällig geworden sei, weshalb sie ihn vorläufig auf der Wache festhielten.

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Die Staatsanwaltschaft gab sich mit dieser Erklärung offenbar nicht zufrieden, denn sie übergab die weiteren Ermittlungen an die benachbarte Polizeiinspektion. Die solle den Fall nun „lückenlos aufklären“.

Die Beamten werden nun unter anderem klären müssen, wieso der Verstorbene mitten in der Nacht entlassen wurde, und ob der Entlassungszeitpunkt einen Einfluss auf den Unfallhergang hatte: Offenbar versuchte der Mann, als Anhalter mitgenommen zu werden. (mp)

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