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Eine Wildkatze (Felis silvestris) klettert im Wildkatzengehege vom NABU Niedersachsen im Harz.
  • Eine Wildkatze – hier allerdings nicht in freier Wildbahn, sondern im Wildgehege des NABU im Harz. (Archivbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte

Schon 800 Exemplare: Dieses Wildtier ist zurück im Norden

Einst waren sie fast ausgerottet, nun ist sie in Niedersachsen wieder breit vertreten: die Wildkatze. Einige hundert Exemplare sind es nach einer aktuellen Schätzung. Auch wenn sie niedlich aussehen, mahnen Experten zur Vorsicht. Vor allem eine Idee sollten man sich aus dem Kopf schlagen.

In Niedersachsen breitet sich die Europäische Wildkatze wieder aus. Mittlerweile leben laut einer Schätzung 800 Tiere in dem Bundesland, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachse mitteilte. Besonders in Südniedersachsen sind die Tiere demnach verbreitet. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Tiere in Deutschland fast ausgerottet.

Niedersachsen: Wildkatzen siedeln sich wieder an

Nach Berechnungen unter anderem anhand der Verbreitungsdichte geht der BUND von 400 bis 700 Tieren im Solling sowie etwa 200 im Harz aus. „Wir gehen davon aus, dass Wildkatzen in Südniedersachsen in fast jedem Wald vorkommen“, sagte eine BUND-Sprecherin. Wohl fühlen sich die Tiere demnach vor allem in naturnahen Wäldern mit unter anderem Laubbäumen und umgestürztem Totholz.

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Für die Untersuchung der Art setzen die Naturschützer unter anderem auf Holzpflöcke, die mit einem Lockmittel eingesprüht und die regelmäßig auf Wildkatzenhaare untersucht werden. Demnach breitet sich die Art weiter in Richtung Norden aus. Vor allem Tiere, die nicht in Familienverbänden lebten, seien auch schon in der Südheide oder den Kreisen Celle und Lüchow-Dannenberg registriert worden. Die nördlichste Feststellung war laut dem BUND im Kreis Harburg.

BUND: Waldgebiete müssen besser vernetzt werden

Stabil sind laut BUND nur die Vorkommen im Solling und dem Harz. In kleineren Wäldern bestehe die Gefahr, dass eine Population unter anderem durch Straßen von weiteren Tieren abgetrennt werde. Sollte es dann zu plötzlichen Krankheiten kommen, könnten regionale Vorkommen ohne Fluchtmöglichkeit aus ihrem Lebensraum wieder aussterben. Die Haupttodesursache für die Tiere seien zudem Straßen. Der BUND fordert deshalb unter anderem eine bessere Vernetzung von Waldgebieten.

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Darüber hinaus warnt der Verein davor, die Tiere mit nach Hause zu nehmen. Die Europäische Wildkatze sehe grau getigerten Hauskatzen oft sehr ähnlich und könne mit ihnen verwechselt werden. Bei den Hauskatzen handelt es sich allerdings um eine gänzliche andere Art, die von der Afrikanischen Falbkatze abstammt. Die Europäische Wildkatze hingegen vertrage handelsübliches Katzenfutter nicht; Keime in Wohnhäusern könnten für sie tödlich sein. (dpa/mp)

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