Nachgeliefertes Gepäck staut sich am Flughafen Hamburg
  • Hunderte Koffer stapeln sich in der Gepäckausgabe des Hamburger Flughafens und warten auf ihre Besitzer. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

Niedersachsen kämpft gegen Vorkasse bei Flugreisen

Niedersachsen will mit einer Bundesratsinitiative das Vorkasse-Prinzip bei Flugreisen abschaffen. Um den Verbraucherschutz für Flugreisende zu verbessern, sollen demnach Ticketpreise künftig frühestens am Flughafen beim Check-in verlangt werden dürfen, wie aus der Bundesratsinitiative hervorgeht.

Wie das Wirtschaftsministerium in Hannover auf Anfrage sagte, will die Landesregierung den Vorschlag am Dienstag im Kabinett beschließen und in der nächsten Bundesratssitzung am 16. September auf die Tagesordnung bringen. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet.

Chaos an deutschen Flughäfen – es fehlt Personal

Anlass für die Initiative seien die chaotischen Zustände bei der Abfertigung von Reisenden an mehreren deutschen Flughäfen in diesem Sommer, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Wegen fehlenden Personals seien bereits tausende Flüge ausgefallen.

Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte dem „Handelsblatt“, diese Flugausfälle gingen fast immer zu Lasten der Reisenden. „Sie haben oft Monate zuvor das Flugticket bezahlt, müssen sich im Falle einer Stornierung aber mühsam und teilweise langwierig um eine Rückerstattung bemühen.“

Beschwerden bei der Schlichtungsstelle haben deutlich zugenommen

Dem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge haben die Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zuletzt deutlich zugenommen. Demnach gingen in diesem Jahr zwischen dem 1. Juli und dem 15. August bei der Stelle 3082 Anträge ein – das waren 127,5 Prozent oder 1727 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum.

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Rund 80 Prozent der Streitfälle gingen auf den Flugverkehr zurück. Die Bahn betraf rund 15 Prozent der Fälle, weitere drei Prozent umfassten Fernbusse und den Nahverkehr. Über diese Zahlen hatte zuvor der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. (dpa)

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