a8f6aff3fd00ab2ded7542dfc171671b_diese-erschreckenden-bilder-gequaelter-tiere-gingen-um-die-welt
  • Foto: SOKO Tierschutz e.V. 

Landkreis schließt Horror-Labor: Trotzdem: Affen entkommen ihrem Schicksal nicht

Neu Wulmstorf –

Jetzt schließen sich die Tore für immer! Der Landkreis Harburg gab bekannt: Dem umstrittene Tierversuchslabor LPT Mienenbüttel in Neu Wulmstorf wird die Betriebsgenehmigung komplett entzogen. Doch nicht für alle Tiere gibt es ein Happy End!

Im Labor Mienenbüttel hatten bereits seit der Aufdeckung des Skandals im vergangenen Jahr keine Tierversuche mehr stattgefunden. Gemäß den Vorgaben des Tierschutzgesetzes hatte der Landkreis „mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis der LPT am Standort in Mienenbüttel widerrufen“, hieß es.

Inzwischen sei der Landkreis zu der Überzeugung gekommen, „dass die Zuverlässigkeit des Betreibers nicht mehr gegeben ist“, sagte ein Sprecher. Dies steht zum einen in Zusammenhang mit den Misshandlungen von Tieren im Rahmen der umstrittenen Tierversuche und zum anderen mit den Manipulationsvorwürfen des Standortes Hamburg-Neugraben.

Das könnte Sie auch interessieren:
„Keine weiteren Versuche“: Tierversuche beendet – Horror-Labor von LPT schließt

Hunde aus LPT-Labor Mienenbüttel bei Hamburg werden als Haustiere vermittelt

Der „Soko Tierschutz“ äußert sich auf Facebook: „50 Jahre Tierleid sind dort beendet!“ Insgesamt warteten 96 Versuchshunde im Labor auf ihre Befreiung – sie können jetzt in eine rosige Zukunft schauen, denn die Zeit als Versuchshund ist beendet. 80 von ihnen seien bereits an Tierschutzorganisationen und Privatpersonen vermittelt worden. „Der LPT wird eine Frist von zwei Wochen eingeräumt, um alle Tiere an geeignete Dritte abzugeben“, teilte der Landkreis mit.

Das könnte Sie auch interessieren: Ohlsdorfer Friedhof: Das ist das Geheimnis von Jann Fedders Grabmal

Doch nicht für alle ist dieser Erfolg eine Rettung: „Für die Affen kam jede Rettung zu spät“, so der „Soko Tierschutz“. Sie wurden bereits an den niederländischen Versuchstierhändler zurückgegeben, der sie ans LPT geliefert hatte. Sie werden ihrem Schicksal nicht entkommen und in einem anderen Versuchslabor den Tod finden.

Hamburgs Grüne befassen sich mit dem LPT Tierschutzskandal

Auch die Grüne Bürgerschaftsfraktion befasst sich mit dem Tierversuchsskandal. Seit Herbst 2019 werde staatsanwaltschaftlich gegen den Leiter der Tierversuchslabore ermittelt. Im Rahmen des Gesundheitsausschusses lässt sich die Fraktion am 17. Januar den Stand der derzeitigen Ermittlungen darstellen. „Uns ist auch wichtig, dass die Labore nicht einfach an anderer Stelle eröffnet werden“, sagte Christiane Blömeke, tierschutz- und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen. 

Rekord-Demo gegen LPT in Hamburg

Im Oktober vergangenen Jahres hatten Tierschützer der „Soko Tierschutz“ aufgedeckt, dass im Labor im Ortsteil Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt wurden. Ein Aktivist hatte sich über mehrere Monate als Mitarbeiter eingeschleust und Aufnahmen von vor Angst schreienden Affen und blutverschmierten Hunden gemacht.

Der Skandal hatte in Hamburg für die größte Demo gegen Tierversuche in der deutschen Geschichte gesorgt. (sr/dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp